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Rhythmusstörungen
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Was das Herz aus dem Takt bringt

Herzrhythmusstörungen gehören zu den häufigsten kardiologischen Befunden überhaupt. Ihr Spektrum reicht von harmlosen Extraschlägen bis hin zu akut lebensbedrohlichen Zuständen. Nicht immer sagt das Ausmaß der Beschwerden etwas über die Gefährlichkeit aus.
AutorKontaktClara Wildenrath
Datum 05.06.2026  16:00 Uhr

Volkskrankheit Vorhofflimmern

Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Es entsteht durch unkoordinierte, kreisende Erregungen in den Vorhöfen: Anstatt sich regelmäßig zusammenzuziehen und wieder zu entspannen, »flimmern« sie nur noch schnell und unkontrolliert. Infolgedessen wird der Puls unregelmäßig und kann auf bis zu 160 Schläge pro Minute im Ruhezustand steigen. Seltener kommt es vor, dass die flimmernden Vorhöfe zu wenige Schläge an die Herzkammern weiterleiten und die Herzfrequenz sinkt. In beiden Fällen schwächt die Rhythmusstörung die Pumpleistung des Herzens und damit die Leistungsfähigkeit des Körpers.

Beim Vorhofflattern, der zweithäufigsten Arrhythmie, schlägt das Herz ebenfalls deutlich zu schnell, aber regelmäßig. Während Vorhofflimmern seinen Ursprung meist im linken Vorhof hat, entsteht das Flattern im rechten Vorhof außerhalb des Sinusknotens. Beide Herzrhythmusstörungen sind nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Auf Dauer können sie jedoch die Herzfunktion so überlasten, dass eine Herzinsuffizienz entsteht. Gefährlich sind Vorhofflimmern und -flattern vor allem deshalb, weil der chaotische Blutfluss im Herz die Entstehung von Blutgerinnseln fördert. Dadurch steigt das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erheblich – insbesondere, wenn weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht und Nikotinkonsum vorliegen.

Viele Betroffene nehmen den schnellen, unregelmäßigen Herzschlag als Flattern oder Klopfen in der Brust wahr. Weitere mögliche Symptome sind Luftnot und Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und Schwindel bis hin zu Ohnmachtsanfällen, Brustschmerzen, Angst und Panikgefühlen. Allerdings verursacht Vorhofflimmern nicht zwangsläufig Beschwerden. Experten gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Patienten nichts oder nur wenig davon merken.

Das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter. Zusätzliche Risikofaktoren sind Bluthochdruck, starkes Übergewicht, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, starker Alkoholkonsum und Schlafapnoe. Als häufigste Auslöser gelten Herzerkrankungen wie ein früherer Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzmuskelentzündung (Myokarditis), koronare Herzkrankheit (KHK) oder Herzklappenfehler. Umgekehrt kann Vorhofflimmern aber auch eine Herzschwäche fördern oder verschärfen. Darüber hinaus spielt die genetische Veranlagung eine Rolle: Wenn die eigenen Eltern betroffen sind, erhöht sich das Erkrankungsrisiko auf das 2,5- bis 5-fache.

Bei den meisten Menschen tritt das Vorhofflimmern anfangs nur kurz auf und verschwindet nach wenigen Stunden bis höchsten sieben Tagen von selbst wieder (paroxysmale Form). Im Lauf der Zeit halten die Episoden jedoch oft länger an. Von persistierendem Vorhofflimmern sprechen Mediziner, wenn sich der Sinusrhythmus nur durch Medikamente oder eine elektrische Kardioversion wiederherstellen lässt. Gelingt auch das nicht mehr, lautet der Fachausdruck »permanentes Vorhofflimmern«.

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