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Deutscher Apothekertag 2026
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Was der Apothekerschaft wichtig ist

Heute wurde der Deutsche Apothekertag (DAT) in München eröffnet: Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, sprach über die aktuelle Situation und Herausforderungen der Apotheken. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) richtete ein Grußwort an die Apothekerschaft.
AutorKontaktPZ
Datum 15.09.2026  15:45 Uhr

Linnemann: Frischer Blick auf die Gesundheitsthematik

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zeigte in seinem Grußwort zur Eröffnung des Deutschen Apothekertags seine Wertschätzung gegenüber den Apotheken. Sie stünden für besondere Werte und übernähmen soziale Verantwortung. Nach sechs Wochen im Amt berichtete er von seinem »frischen Blick«, den er auf die Gesundheitsthematik habe. Er fühle eine große Unabhängigkeit. Kontakte zu Apotheken habe er bereits gehabt, auch die Standesvertretung sei bei ihm zu Besuch gewesen.

Erschreckend sei der anhaltende Apothekenrückgang, so der Minister. Der Verlust habe Folgen für die Versorgung. Seine Amtsvorgängerin Nina Warken habe die Reform auf den Weg gebracht – sie sei ein Erfolg, wie auch Thomas Preis betont habe. Die Apotheken werden ihm zufolge eine stärkere Rolle spielen, auch bei der Notfallreform und der Primärversorgung.

Ärzte hätten ihn diesbezüglich kontaktiert und die »Kompetenzausweitung« kritisiert. Angesichts der anzustrebenden Patientensteuerung seien die Apotheken aber eine gute erste Anlaufstelle, so Linnemann. Auch bei der Ermittlung von Erkrankungen und anschließender Überweisung an den Arzt würden Praxen entlastet.

Baustellen Versandhandel und Medizinalcannabis

Er skizzierte zwei Baustellen im Gesundheitsbereich. Was ihn beschäftige, sei der Versandhandel. Die Beschlüsse der EU und von nationalen Gerichten passten nicht zusammen. Die Versender würden für Zuzahlungserlass werben – volkswirtschaftlich nenne man das »Wettbewerbsverzerrung«. Man wolle keinen Keil zwischen online und offline treiben, aber die Antwort sei, es dürften beide oder keiner. »Wir müssen das abstellen.« Dass die Paritätische Stelle noch nicht aktiv geworden sei, sei klar angesichts der Haftungsfrage. Die Stärkung durch das ApoVWG reiche womöglich auch nicht aus, räumte Linnemann ein. Für ehrliche Wettbewerbsbedingungen mache er »Lobby« und setze sich ein, so Linnemann.

Zudem sorgt er sich um das Thema Medizinalcannabis. Seit der Teillegalisierung seien die Importe von Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken nach Deutschland massiv gestiegen. 2023 habe das Volumen 30 Tonnen betragen, 2026 seien es bereits 300 Tonnen, eine Verzehnfachung innerhalb von drei Jahren. »Das darf uns als Mensch, als Bürger dieses Landes nicht kaltlassen.« Das sei Missbrauch, es gehe um Drogenkonsum zu Rauschzwecken. Eine Studie beschäftige sich aktuell mit der Zunahme der Krankenhausaufenthalte, der Konsum von Cannabis werde von den Autoren als mögliche Ursache angesehen. »Es ist unverantwortlich, was wir hier in Deutschland zulassen«, so Linnemann. Die Plattformen lüden geradezu zum Missbrauch ein, so Linnemann mit dem Verweis auf die fragwürdigen Fragebögen zur Verschreibung. Linnemann kündigte an: »So darf es nicht weitergehen.«

Linnemann lud die Apotheker zum »engen Austausch« ein, man sei »sehr nett« zu ihm gewesen. Kritik sei jederzeit willkommen, auch das gehöre dazu, so Linnemann. Er komme nächstes Jahr gern wieder.

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