| Isabel Weinert |
| 18.09.2026 13:30 Uhr |
Wepa informierte am Messestand außerdem über das NIR-System, das Nahinfrarotspektrometer, mit dem sich feste Substanzen sogar direkt im Liefergefäß messen lassen. Seit einem guten halben Jahr bietet Wepa für das NIR ein Zusatzmodul für die Identifizierung von Cannabisprodukten. Damit lasse sich auch bestimmen, welche Substanz dominant ist.
Das MIR, also das Mittelinfrarotspektrometer, hat letztes Jahr zur Expopharm Premiere gefeiert. Auch mit diesem Gerät kann Cannabis identifiziert werden, sogar die Blüten und die Extrakte. Das Highlight ist laut Wepa der Defekturmodus des MIR, das heißt, es können nicht nur ganz klassisch Ausgangsstoffe bestimmt werden, sondern es lässt sich eine apothekeneigene Datenbank aufbauen mit klassischen Rezepturen und Defekturen, die die Apotheke üblicherweise herstellt. Auch beim MIR ist alles cloudbasiert, die Daten sind damit stets aktuell.
Auch auf ihren technischen Kundendienst wies Wepa hin: Die 35 Techniker warteten nicht nur alle Geräte in der Apotheke, sondern führten dort auch zweimal jährlich einen Check durch, damit wirklich alles immer auf dem aktuellen Stand einsatzbereit ist.
Weiter ging es zu Caelo. Hier ging die Mitarbeiterin zunächst auf Dronabinol-Lösung 25 mg/ml ein, die als Fertigarzneimittel eingestuft wurde, weshalb Caelo ein neues Produkt entwickelt hat, das den Auflagen der Behörde entspricht – ein Dronabinol-Konzentrat 125 mg/ml. Die Auflagen der Behörden lauteten, dass auf jeden Fall die Apotheke mischen muss und dass man keine Konzentration anbieten darf, die direkt angewendet werden kann. Für 125 mg entschied sich das Unternehmen, weil sich mit dieser Menge auch gut rechnen lässt. Von dem Konzentrat brauche man entweder 2, 4 oder 8 ml. Darüber hinaus bietet Caelo eine 40-ml-Flasche an, die 5 mg Dronabinol enthält und sich auch als Standgefäß nutzen lässt.
Caelo empfiehlt eine volumetrische Herstellung und stellt direkt kleine Spritzen mit weitvolumigen, stumpfen Nadeln zur Verfügung, an denen sich niemand verletzen kann. Der Nachteil der massendosierten Herstellung von Flüssigkeiten liege darin, dass immer ein Tropfen zu viel oder einer zu wenig darin ist, erklärte die Caelo-Mitarbeiterin. Diesen Nachteil habe die volumetrische Version mit den Einmalspritzen nicht. Eine von Caelo erstellte Rechnungsvorlage erleichtert die Berechnung. Mit der kleineren Spritze zieht man dann aus dem Dronabinol-Konzentrat die jeweilige Menge, also 2, 4 oder 8 ml, auf und überführt es mit der Spritze in das Abgabegefäß.
Dann zieht man mit einer größeren Spritze die richtige Menge Trägerlösung auf und überführt sie ebenfalls in das Abgabegefäß. Das Ganze wird verschlossen und geschüttelt, damit ist die Lösung hergestellt. Berechnet oder taxiert wird nach Hilfstaxe nach Paragraf 10, so wie man es auch sonst bei Rezepturen kennt.