Begrüßen das ApoVWG in wesentlichen Teilen – die Bundesvorstände Andreas May und Tanja Kratt. / © Adexa/Angela Pfeiffer
Mit dem heutigen Beschluss des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Deutschen Bundestag sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Apothekenversorgung in Deutschland getan, so der Wortlaut. Die Adexa, die den Gesetzgebungsprozess von Anfang an aktiv begleitet habe, sieht die Erhöhung des Apothekenfixums als zentralen Punkt und längst überfällige Weichenstellung. Die in der begleitenden Verordnung verankerte Anhebung in zwei Schritten – zunächst auf 9,00 Euro zum 1. Juli 2026 und auf 9,50 Euro zum 1. Januar 2027 – sei ein wirtschaftspolitisches Signal, das die Gewerkschaft seit Langem eingefordert habe.
Die Vorsitzenden, Andreas May und Tanja Kratt, formulieren: »Adexa verbindet mit dieser Fixumerhöhung die klare Erwartung, dass die verbesserte wirtschaftliche Situation der Apotheken auch bei den Angestellten ankommen wird. Die Arbeitgeberseite hat in der Vergangenheit signalisiert, dass eine Fixumerhöhung den Spielraum für künftige Tarifverhandlungen erweitern würde. Wir nehmen dieses Signal ernst und gehen davon aus, dass es bei den nächsten Tarifverhandlungen mit konkreten Angeboten hinterlegt wird. Die Beschäftigten haben diese Anerkennung verdient«.
In Bezug auf das Berufsbild der PTA bleibe für die Adexa die berufliche Weiterentwicklung der PTA ein zentrales gewerkschaftliches Anliegen – und zwar unabhängig von der Ausgestaltung einzelner Regelungen im parlamentarischen Verfahren. »Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass PTA echte Perspektiven für Qualifizierung, Kompetenzentwicklung und beruflichen Aufstieg erhalten – und dass diese Perspektiven mit angemessener tariflicher Anerkennung verbunden sind«, formulieren die Vorsitzenden.
Adexa werde die praktische Umsetzung der neuen Regelungen derart begleiten und mitgestalten, dass keine rechtlichen Grauzonen entstünden oder neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf die Beschäftigten übertragen würden, ohne dass dies angemessen vergütet oder arbeitsrechtlich klar geregelt sei. Wo Nachbesserungsbedarf erkennbar werde, werde die Gewerkschaft dies gegenüber Politik und Arbeitgebern klar benennen.
»Wer mehr leistet und mehr Verantwortung trägt, muss entsprechend entlohnt werden«, so die Adexa-Pressemitteilung im Hinblick auf den Ausbau der Kompetenzen für PTA, Pharmazieingenieure und Pharmazeuten im Praktikum. Denn diese Berufsgruppen sollen künftig nach erfolgreicher ärztlicher Schulung Impfstoffe unter Aufsicht des verantwortlichen Apothekers verabreichen dürfen, sieht das ApoVWG vor. Die Adexa begrüße diese Möglichkeit, werde aber auch darauf achten, dass die für die Schulung erforderliche Zeit als Arbeitszeit anerkannt und etwaige Zusatzaufgaben tariflich abgebildet werden.
Dem geplanten Bürokratieabbau durch Erleichterungen in der Dokumentation und Administration steht Adexa positiv gegenüber, »allerdings nur dann, wenn die gewonnene Zeit tatsächlich für Beratung, Versorgung und Erholung genutzt wird und nicht in Form von Personalabbau oder Arbeitsverdichtung aufgezehrt wird. Wir werden die praktischen Auswirkungen des Gesetzes auf die Arbeitssituation der Beschäftigten aufmerksam verfolgen«.