| Isabel Weinert |
| 09.09.2026 08:00 Uhr |
Fernab der großen Politik geht es Gündüz um die Belange ihres Wahlkreises Hamburg-Bergedorf. Neben Verkehrspolitik, besonders in einem Bezirk mit einem großen ländlichen Bereich, spielt auch die ambulante medizinische Versorgung eine wichtige Rolle, denn in Hamburg gibt es zwar genug Arztsitze, sie sind aber ungleich verteilt. Und gerade in ländlicheren Gebieten, in die dank Neubauten auch vermehrt Menschen ziehen, haben die wenigen dort ansässigen Ärzte oft auch noch einen Aufnahmestopp.
Zwar können Menschen, die sich in der Lokalpolitik engagieren, auf die Verteilung der Kassenarztsitze nur wenig Einfluss nehmen, weil sich die Kassenärztliche Vereinigung selbst verwaltet, doch immerhin sitzt im Zulassungsausschuss ein Vertreter der Sozialbehörde. An dieser Stelle setzt sich Gündüz, soweit sie kann, für eine Reform der Bedarfsplanung ein. »Aber das wird dauern, weil davor erst einige andere Reformen geplant sind«, sagt sie.
Speziell für PTA engagiert sich Gündüz zusammen mit anderen Mitgliedern der »Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen« (ASG) dafür, dass sich PTA beruflich weiterentwickeln können. »Wir haben auf unserer Mitgliederversammlung Anfang des Jahres einen Antrag gestellt, in dem wir fordern, dass dieses Thema noch einmal auf den Tisch kommt«, erklärt sie. »Wir fänden es gut, wenn bei der Vertretungsbefugnis kein Unterschied zwischen Stadt und Land gemacht würde«. Und sie tritt dafür ein, dass die Möglichkeit, die Vertretungsbefugnis zu erlangen, berufsbegleitend organisiert wird. Das Thema schafft es auch in die Bundespolitik, denn der ASG-Bundesvorsitzende vertritt die AG auf höchster Ebene im Parteivorstand.
Politik als PTA – ein wichtiges Engagement, das Einsatz, Verantwortungsgefühl und immer wieder Geduld erfordert – genau so, wie die Arbeit in der Apotheke.