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Aut-idem-Austausch erweitert
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Biologika – neue Regeln im Überblick

Lange war die Aut-idem-Substitution bei biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln beschränkt und nur unter Bioidenticals möglich. Nun geht die Austauschpflicht weiter. Was bedeutet das in der Praxis?
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 10.08.2026  12:00 Uhr

Auf Handhabung achten

Unabhängig von den neuen Vorgaben bleibt die Möglichkeit, im Einzelfall pharmazeutische Bedenken geltend zu machen und einen Austausch dadurch zu unterbinden. Besondere Aufmerksamkeit sollte – wie bei Inhalativa – auf der Handhabung der Applikationssysteme liegen. Darauf machte auch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) Ende März aufmerksam. Anwendungsfehler könnten sich der AMK zufolge beispielsweise durch unterschiedliche Auslöse- und Sicherheitsmechanismen, einen variierenden Kraftaufwand bei der Applikation, Entleerungsstörungen oder abweichende Bedienlogik der Applikationssysteme ergeben.

Die Schulung zu einem neuen Device ist daher unerlässlich. Die AMK empfiehlt außerdem gezielt nach möglichen Anwendungsproblemen im Therapieverlauf zu fragen. Bemerkt die abgebende Person, dass der Patient mit der Handhabung nicht zurechtkommt, und sieht sie dadurch den Therapieerfolg gefährdet, sind pharmazeutische Bedenken eine Option.

In Arbeit ist bereits die neue pharmazeutische Dienstleistung »Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Injektionstechnik«, die die Beratung zu Injektabilia strukturiert und zudem abrechenbar macht. Sie ist eine von fünf neuen pharmazeutischen Dienstleistungen, die mit dem ApoVWG beschlossen wurden. Aktuell arbeitet die Bundesapothekerkammer (BAK) an der Ausgestaltung.

Neben der Handhabung unterscheiden sich die Präparate mitunter auch im zu injizierenden Volumen. Das ist beispielsweise bei Adalimumab 40 mg der Fall: Hier gibt es Fertigspritzen beziehungsweise Fertigpens mit 0,4 ml Volumen und 0,8 ml Volumen. Bei einem Austausch ist es hier sinnvoll, den Patienten darauf hinzuweisen, dass immer das gesamte Volumen injiziert wird.

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