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Neueinführungen
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Fünf neue Wirkstoffe zum 1. Oktober

Zum Beginn des vierten Quartals 2026 kamen fünf neue Wirkstoffe in den deutschen Handel. Ihr Einsatzgebiet ist breit gefächert – von Lungenkrebs über Multiple Sklerose bis zum Rett-Syndrom.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 12.10.2026  08:00 Uhr

Brutonkinase-Hemmer bei Immunthrombozytopenie

Der Wirkstoff Rilzabrutinib (Wayrilz® 400 mg Filmtabletten, Sanofi) ist der zweite neue BTK-Hemmer im Monat Oktober. Sein Einsatzgebiet ist die Behandlung der Immunthrombozytopenie (ITP) bei erwachsenen Patienten, die gegenüber anderen Behandlungen refraktär sind. Die ITP ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper Thrombozyten im Blut zerstören. Zudem ist die Produktion der Blutplättchen gestört. Das Blutungsrisiko ist bei Betroffenen dadurch deutlich erhöht. Rilzabrutinib verringert bei ITP die Produktion pathogener Autoantikörper und reduziert zudem die Makrophagen-vermittelte Zerstörung von Blutplättchen. Damit hat der neue Wirkstoff einen dualen Wirkmechanismus bei der seltenen Autoimmunerkrankung.

Die empfohlene Dosierung beträgt 400 mg zweimal täglich. Für Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung wird Rilzabrutinib nicht empfohlen. Die Behandlung mit dem Kinasehemmer sollte nach zwölfwöchiger Therapie abgebrochen werden, wenn die Thrombozytenzahl nicht auf ein Niveau ansteigt, das ausreicht, um klinisch bedeutsame Blutungen zu vermeiden.

Auch bei diesem Wirkstoff gibt es in Sachen Wechselwirkungen etwas zu beachten: So ist die gleichzeitige Anwendung von mäßig starken oder starken CYP3A4-Inhibitoren sowie -Induktoren und Rilzabrutinib zu vermeiden. Ebenso soll der neue Wirkstoff nicht mit einem Protonenpumpen-Inhibitor (PPI) kombiniert werden.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Nasopharyngitis und Arthralgie. Da schwerwiegende Infektionen während klinischer Studien berichtet wurden, sind Patienten auf Anzeichen und Symptome einer Infektion zu überwachen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Rilzabrutinib und für einen Monat nach Beendigung der Behandlung eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. In der Fachinformation heißt es ferner: Die Wirkung von Rilzabrutinib auf die Plasmakonzentrationen hormoneller Kontrazeptiva ist nicht bekannt. Daher sollten Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und für mindestens einen Monat nach Absetzen von Rilzabrutinib eine alternative nicht hormonelle oder zusätzliche hochwirksame Verhütungsmethode anwenden.

Vor Beginn einer Behandlung ist bei Frauen im gebärfähigen Alter der Schwangerschaftsstatus zu überprüfen. Rilzabrutinib sollte während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Empfängnisverhütung verwenden, nicht angewendet werden. Während der Stillzeit wird empfohlen, den neuen Wirkstoff nur dann anzuwenden, wenn der mögliche Nutzen für die Mutter die möglichen Risiken, auch für das gestillte Kind, überwiegt.

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