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Neueinführungen
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Give me five!

Sage und schreibe fünf neue Wirkstoffe kamen zum 1. Juni auf den deutschen Markt. Ihr Einsatzgebiet ist bunt gemischt – von Akne und RSV-Prophylaxe über Kardiomyopathie bis hin zu Tuberkulose und Urtikaria.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 11.06.2026  16:00 Uhr

Die chronische spontane Urtikaria (CSU) ist gekennzeichnet durch das plötzliche Auftreten von juckenden Quaddeln und/oder Angioödemen, zum Beispiel im Gesicht, am Hals, an den Händen und an den Füßen. Die Lebensqualität der Betroffenen kann deutlich eingeschränkt sein. Der neue Wirkstoff Remibrutinib (Rhapsido® 25 mg Filmtabletten, Novartis Pharma) ist ein Hemmer des Enzyms Brutonkinase (BTK). Die Aktivierung der BTK-Signalkaskade führt bei CSU zur Ausschüttung von Histamin und proinflammatorischen Mediatoren, was Quaddelbildung und Schwellungen auslöst. Durch die Blockade von BTK wird das verhindert. Zugelassen ist Remibrutinib bei Erwachsenen, die auf eine Behandlung mit H1-Antihistaminika nicht ausreichend ansprechen.

Die empfohlene Dosis beträgt 25 mg zweimal täglich, einmal morgens und einmal abends. Bei schwerer Leberfunktionsstörung wird das Arzneimittel nicht empfohlen. Sehr häufig entwickeln sich unter Remibrutinib Infektionen der oberen Atemwege. In der Fachinformation von Rhapsido sind zudem verschiedene Warnhinweise zu finden, einer davon zum Risiko von Blutungen. Die Patienten sollten angewiesen werden, einen Arzt aufzusuchen, wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf eine signifikante Blutung hindeuten. Bei Patienten, die Antithrombotika zusammen mit Remibrutinib erhalten, kann ein erhöhtes Blutungsrisiko bestehen. Die Risiken und der Nutzen bei gleichzeitiger Verabreichung von Antithrombotika mit Remibrutinib müssen gegeneinander abgewogen werden. Zudem wird bei allen Patienten eine Unterbrechung der Behandlung mit Remibrutinib für drei bis sieben Tage vor und für drei bis sieben Tage nach einer Operation empfohlen, je nach Art der Operation und des Blutungsrisikos.

Die Sicherheit von Remibrutinib in Verbindung mit Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen wurde nicht untersucht. Sie werden während der Behandlung mit Remibrutinib daher nicht empfohlen. Nicht-Lebendimpfstoffe können unter Remibrutinib verabreicht werden. Um die Immunantwort darauf zu verbessern, sollte aber eine Unterbrechung der Remibrutinib-Behandlung in Betracht gezogen werden (von einer Woche vor der Impfung bis zwei Wochen danach).

Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren erhöht die Remibrutinib-Spiegel und kann das Risiko für Nebenwirkungen verstärken. Sie ist daher zu vermeiden. Andersherum kann die gleichzeitige Anwendung mit mäßigen oder starken CYP3A4-Induktoren die Remibrutinib-Exposition und damit dessen Wirksamkeit verringern. Auch diese Kombination ist zu vermeiden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens eine Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Für Schwangere wird Remibrutinib nicht empfohlen. Das Stillen soll während der Behandlung mit dem Wirkstoff und für eine Woche nach der letzten Dosis unterbrochen werden.

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