| Verena Schmidt |
| 22.05.2026 16:00 Uhr |
Eine weitere Wellenlänge, die beim Sonnenschutz interessant ist, ist Infrarot-A-Strahlung (IR-A). Sie dringt ebenfalls tief in die Haut ein und fördert Untersuchungen zufolge die Entstehung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS), die die Hautalterung durch vermehrten Kollagenabbau beschleunigen.
Herkömmliche UV-Filter absorbieren IR-A-Strahlen aufgrund der wesentlich längeren Wellenlänge nicht. IR-A-Sonnenschutz muss daher direkt in den Hautzellen wirken, um oxidativen Stress zu reduzieren. Hersteller setzen ihren Cremes daher etwa Vitamine und Flavonoide zu (zum Beispiel Traubenkernextrakt, Vitamin E und C, Ubiquinon), die als Radikalfänger wirken und die ROS zumindest teilweise abfangen können.
UV-Strahlung umfasst den Wellenlängenbereich von 100 bis 400 nm und ist für den Menschen unsichtbar. / © PZ-Grafik/Frank Pfeifer
Damit aber nicht genug: Neben UV-A, UV-B und IR-A ist jüngst ein weiterer Anteil des Lichts in Verdacht geraten, Haut und Augen zu schädigen: hochenergetisches sichtbares Licht (High Energy Visible, also HEV-Licht) oder auch blaues Licht, das im Lichtspektrum bei etwa 380 bis 480 nm direkt neben der UV-Strahlung liegt. In künstlicher Form wird es auch von Bildschirmen abgestrahlt. Es gibt beispielsweise spezielle Brillen und Kontaktlinsen mit Blue-Light-Filtern und auch Sonnenschutzpräparate werben neuerdings mit Blaulichtfiltern.
Die Forschung zum HEV-Licht steht noch ziemlich am Anfang; welche Schäden es wie genau verursachen kann, ist nach derzeitigem Wissensstand noch nicht klar. Es gibt Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass das blaue Licht ähnlich wie IR-Strahlung freie Radikale in der Haut freisetzt, zu oxidativem Stress führen und damit die Hautalterung fördern kann. Den Anteil des HEV-Lichts aus Smartphone und Laptop kann man nach aktuellem Kenntnistand allerdings wohl vernachlässigen, da die Dosis im Vergleich zum Sonnenlicht verschwindend gering ist. Studien zufolge müsste man etwa 172 Stunden vor dem Computer sitzen, um die Menge an Blaulichtstrahlung aufzunehmen, die man innerhalb einer Minute im direkten Sonnenlicht erhält.
Viele Wetter-Apps geben heute standardmäßig den UV-Index an, ein Maß für die Stärke der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Sie geben damit eine Orientierung, wie stark die Haut vor der Sonne am jeweiligen Tag geschützt werden muss. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hält Sonnenschutzmaßnahmen ab einem UV-Index von 3 für sinnvoll – ein Wert, der in unseren Breitengraden etwa ab März erreicht wird.
Die Schutzempfehlungen des Deutschen Wetterdienstes: