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Fakten, Filter und Fehler
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Gängige Irrtümer beim Sonnenschutz

Sonnenschutz ist elementar zur Prävention von Hautkrebs und Hautalterung – doch Fehlinformationen in den sozialen Medien und schädliche Wirkungen von Filtersubstanzen in Sonnencremes verunsichern viele Verbraucher. Ein Experte ordnet für PTA-Forum ein, was hinter gängigen Irrtümern steckt und warum die richtige Anwendung entscheidend ist.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 22.05.2026  16:00 Uhr

Die richtige Wahl treffen und richtig anwenden

Filter, Lichtschutzfaktor, Formulierung: den passenden Sonnenschutz auszuwählen, ist gar nicht so einfach. Laut Kirkamm sind vor allem vier Faktoren entscheidend: »Erstens ein breiter Schutz gegen UV-B und UV-A, zweitens ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor – im Alltag mindestens 30, in vielen Situationen eher 50+–, drittens eine gute Verträglichkeit und viertens eine Textur, die auch wirklich regelmäßig benutzt wird.«

Sonnencremes sind laut Kirkamm meist sinnvoll für trockenere Haut und für das Gesicht, Lotionen lassen sich auf großen Flächen meist angenehmer verteilen. »Sprays sind vor allem praktisch, gerade unterwegs oder bei Kindern. Man muss aber ehrlich sagen: Sprays sind am fehleranfälligsten. Häufig wird zu wenig und zu ungleichmäßig aufgetragen, und ohne anschließendes Verreiben bleibt der Schutz lückenhaft«, warnt der Experte. Auch wichtig: Sonnenschutzsprays sollten nicht eingeatmet und nicht direkt ins Gesicht gesprüht werden.

In der Praxis sei das größte Problem beim Sonnenschutz aber meist nicht das falsche Produkt, sondern die falsche Anwendung, betont Kirkamm. »Viele Menschen unterschätzen, wie viel Produkt nötig ist, um den angegebenen Lichtschutzfaktor überhaupt zu erreichen. Hintergrund ist, dass die Prüfwerte unter standardisierten Bedingungen mit relativ großzügigen Auftragsmengen ermittelt werden – mit 2 mg pro Quadratzentimeter Haut.« In der Realität werde fast immer zu wenig aufgetragen, und der Schutz nimmt im Laufe des Tages zusätzlich ab, ohne dass ausreichend nachgecremt wird.

Für den ganzen Körper eines Erwachsenen braucht man laut Kirkamm grob eine Menge in der Größenordnung eines kleinen Schnapsglases. Für das Gesicht inklusive Hals hat sich die sogenannte Zwei-Finger-Regel bewährt: »Man trägt zwei streifenförmige Linien Sonnenschutz entlang von Zeige- und Mittelfinger auf und verteilt diese Menge anschließend gleichmäßig im Gesicht und am Hals. Wer sich länger draußen aufhält – zum Beispiel im Urlaub, beim Sport oder an sonnigen Tagen im Freien – sollte regelmäßig nachcremen, etwa alle zwei Stunden sowie nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen.« Für den gewöhnlichen Büroalltag reiche es in der Regel aus, morgens großzügig aufzutragen, solange keine längere UV-Exposition stattfindet.

»Ganz wichtig ist auch, typische oft vergessene Stellen aktiv anzusprechen – Ohren, der Bereich um die Augen, Nacken, Handrücken, Fußrücken, Lippen oder auch die Kopfhaut bei wenig Haar«, rät Kirkamm. Ein Punkt, der ihm besonders wichtig ist: »Nachcremen ist kein Freifahrtschein, um länger in der Sonne zu bleiben – es gleicht nur Schutzverluste aus.«

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