| Verena Schmidt |
| 22.05.2026 16:00 Uhr |
Bei Kindern ist Sonnenschutz besonders wichtig. Denn Sonnenbrände im Kindesalter sind ein Risikofaktor für spätere Hautschäden und Hautkrebs. Bei ihnen gilt besonders konsequent: »Erst Schutz durch Verhalten, dann durch Produkte. Schatten, Kleidung und ein breitkrempiger Hut stehen an erster Stelle. Säuglinge sollten möglichst gar nicht direkter Sonne ausgesetzt werden.« Sonnencreme sei vor allem bei älteren Kindern wichtig, als Ergänzung für die Hautstellen, die sich nicht sinnvoll bedecken lassen. Oft würden für Kinder mineralische Produkte bevorzugt, zwingend ist das laut dem Experten aber nicht.
Sei es bei Kindern oder Erwachsenen, Kirkamm betont abschließend: »Sonnenschutz besteht nie nur aus einer Creme, sondern es ist immer ein Gesamtkonzept aus Schatten, Kleidung, Hut, Sonnenbrille und - für die freien Hautstellen - einem passenden Sonnenschutzmittel.«
Dr. Christof Kirkamm berichtet von einem Denkfehler, der ihm bei seiner Arbeit in der Praxis häufig begegnet. »Viele Menschen bewerten Bräune immer noch positiv, als etwas Gesundes oder zumindest Harmloses. In der Praxis sieht man oft, dass Menschen deutlich gebräunt und gleichzeitig überzeugt sind, sich ausreichend zu schützen. Dahinter steckt oft auch die Vorstellung, dass die Haut durch Bräune widerstandsfähiger wird oder dass ein ›Vorbräunen‹ einen gewissen Schutz bietet.« Er warnt: »Tatsächlich ist Bräune aber kein verlässlicher Schutz, sondern in erster Linie ein Zeichen dafür, dass die Haut bereits auf UV-Schäden reagiert hat. Der Eigenschutz ist gering und wird im Alltag deutlich überschätzt.«