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Fakten, Filter und Fehler
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Gängige Irrtümer beim Sonnenschutz

Sonnenschutz ist elementar zur Prävention von Hautkrebs und Hautalterung – doch Fehlinformationen in den sozialen Medien und schädliche Wirkungen von Filtersubstanzen in Sonnencremes verunsichern viele Verbraucher. Ein Experte ordnet für PTA-Forum ein, was hinter gängigen Irrtümern steckt und warum die richtige Anwendung entscheidend ist.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 22.05.2026  16:00 Uhr

Sonnenschutz besser mineralisch?

Sollte man beim Sonnenschutz also besser auf anorganische mineralische Filter setzen? Zinkoxid und Titandioxid wirken oberflächlich, das heißt, sie bilden eine deckende Schicht auf der Haut, die das Sonnenlicht reflektiert. Kirkamm sagt: »Mineralische Filter sind gerade bei sehr empfindlicher Haut oft eine gute Option, können aber je nach Produkt weißeln oder sich etwas schwerer verteilen. Moderne organische Filter sind meist unauffälliger und werden in der Regel ebenfalls sehr gut vertragen. Viele greifen im Alltag einfach lieber dazu, weil sich die Texturen oft angenehmer auftragen lassen.«

Dank neuer Herstellungsverfahren enthalten mineralische Sonnencremes heute oft deutlich kleinere Pigmente; der Weißeleffekt ist dadurch abgemildert. Allerdings befürchten viele Verbraucher, dass die winzig kleinen Nanopartikel durch die Haut penetrieren und so in den Körper gelangen könnten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat hier allerdings keine Bedenken. Bei Kontakt mit der gesunden Haut gelten Nanopartikel nach aktuellem Kenntnisstand als sicher. Studien hätten gezeigt, dass zum Beispiel Nano-Titandioxid in den Formen, in denen sie in kosmetischen Mitteln verwendet werden, nicht in den menschlichen Blutkreislauf eindringen kann, schreibt das BfR. Gesundheitliche Risiken seien bei Nano-Titandioxid als UV-Filter in einer Konzentration von bis zu 25 Prozent in Sonnenschutzmitteln nicht zu erwarten. Dies gilt laut BfR sowohl bei gesunder, intakter als auch bei sonnenverbrannter Haut. Menschen, deren Haut krankheitsbedingt geschädigt ist, etwa bei Allergien, Akne oder Neurodermitis, sollten vor der Anwendung mineralischer Nanopartikel-Filter mit einem Hautarzt sprechen.

Kirkamm fasst zusammen: »Die Diskussion ›mineralisch vs. chemisch‹ wird nach meinem Empfinden oft überbewertet. Beide Systeme können sehr gut funktionieren. Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Filter besser ist, sondern ob das Produkt breit schützt, gut vertragen wird und in ausreichender Menge auf der Haut landet. Denn das beste Produkt bringt nichts, wenn es aus praktischen Gründen nicht konsequent verwendet wird.«

Gut zu wissen: Viele moderne Sonnencremes kombinieren heute auch mineralische und chemische Filter. So lassen sich die Vorteile beider Systeme nutzen: Sofortiger Schutz bei hohen Lichtschutzfaktoren ohne starkes Weißeln.

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