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Neueinführungen
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Give me five!

Sage und schreibe fünf neue Wirkstoffe kamen zum 1. Juni auf den deutschen Markt. Ihr Einsatzgebiet ist bunt gemischt – von Akne und RSV-Prophylaxe über Kardiomyopathie bis hin zu Tuberkulose und Urtikaria.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 11.06.2026  16:00 Uhr

Tuberkulose-Therapie

Mit Pretomanid (Dovprela 200 mg Tabletten, Viatris) kam ein neues Medikament gegen Tuberkulose (TB) in den Handel. Es ist zugelassen in Kombination mit den Wirkstoffen Bedaquilin, Linezolid und Moxifloxacin zur Behandlung von Erwachsenen mit pulmonaler TB durch das Mycobacterium tuberculosis mit Resistenz gegen Rifampicin, mit oder ohne Resistenz gegen Isoniazid. Zudem darf Pretomanid in Kombination mit Bedaquilin und Linezolid zur Behandlung von Erwachsenen mit pulmonaler TB durch M. tuberculosis mit Resistenz gegen Rifampicin und ein Fluorchinolon, mit oder ohne Resistenz gegen Isoniazid, zum Einsatz kommen.

Es wird vermutet, dass durch Pretomanid unter aeroben Bedingungen eine Hemmung der Synthese von Zellwandlipiden und unter anaeroben Bedingungen die Bildung reaktiver Stickstoffspezies erfolgt. Die Aktivität von Pretomanid erfordert sowohl unter aeroben als auch anaeroben Bedingungen die reduktive Aktivierung durch eine mykobakterielle Nitroreduktase.

Die empfohlene Dosierung beträgt 200 mg Pretomanid einmal täglich über 26 Wochen, eingenommen zu einer Mahlzeit. Die Behandlung mit Pretomanid in Kombination mit Bedaquilin und Linezolid kann unter bestimmten Umständen auf insgesamt 39 Wochen verlängert werden. Aufgrund der Möglichkeit einer verminderten therapeutischen Wirkung von Pretomanid infolge einer verringerten systemischen Exposition sollte die gleichzeitige Anwendung von Pretomanid mit mäßigen oder starken CYP3A4‑Induktoren vermieden werden.

Sehr häufig beobachtete Nebenwirkungen der Behandlung mit Pretomanid in Kombination mit Bedaquilin und Linezolid waren Übelkeit, Erbrechen und erhöhte Transaminasen. Die häufigsten Nebenwirkungen während der Behandlung mit Pretomanid in Kombination mit Bedaquilin, Linezolid und Moxifloxacin waren erhöhte Transaminasen und ein verlängertes QTc-Intervall am Herzen.

Zum Thema Hepatotoxizität gibt es einen separaten Warnhinweis in der Fachinformation von Dovprela. Die Leberfunktionswerte sind zu überwachen. Ein anderer Warnhinweis ist zur Verlängerung des QTc-Intervalls zu finden. Bei der Kombinationsbehandlung mit Pretomanid, Bedaquilin und Linezolid mit oder ohne Moxifloxacin sollte vor Beginn und während der Behandlung mindestens einmal monatlich ein EKG aufgezeichnet werden. Schwangere sollen nur dann Pretomanid erhalten, wenn der Nutzen für die Patientin das mögliche Risiko für das ungeborene Kind überwiegt. In der Stillzeit ist zu entscheiden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Pretomanid zu unterbrechen ist.

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