| Juliane Brüggen |
| 11.09.2026 16:00 Uhr |
Auch Interaktionen können den Therapieerfolg gefährden und das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Eine strukturierte Medikationsanalyse, zum Beispiel als pDL, ist daher sinnvoll, vor allem, wenn fünf oder mehr Medikamente eingenommen werden. Darüber hinaus braucht es Aufmerksamkeit in der Beratung, vor allem bei OTC-Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln.
»Johanniskraut und Grapefruit sind typische Vertreter, die aufgrund ihrer CYP3A4-Interaktionen Wechselwirkungen verursachen«, berichtet Härtel. »Auch Folsäure – findet sich sogar in einigen Bonbons – ist ein Problem, da diese mit 5-FU-Derivaten wie Capecitabin oder Tegafur interagiert. Bei Arzneimitteln, die durch das Verursachen von oxidativem Stress in Tumorzellen wirken, müssen zudem Probleme mit hoch dosierten Radikalfängern wie Vitamin C beachtet werden.«
Einige mögliche Probleme im Überblick:
Die Apotheke ist eine wichtige Anlaufstelle für Krebspatientinnen und -patienten. Aufgrund der Vielzahl an Wirkstoffen und Besonderheiten ist es wichtig, dass das Apothekenteam Prozesse etabliert und fortgebildet ist. Wichtig ist nicht zuletzt, die relevanten Informationsquellen zu kennen.
Alena Härtel ist seit ihrer Approbation in der Post-Apotheke am Klinikum in Neustadt am Rübenberge als stellvertretende Filialleitung tätig. Nach Abschluss der Weiterbildung »Onkologische Pharmazie« ist sie in dieser Schwerpunktapotheke für die Betreuung von Krebspatienten zuständig. Seit 2020 engagiert sie sich für die DGOP (zum Beispiel AG Case Reports) und ist Autorin und Chefredakteurin der Fachzeitschrift »Onkologische Pharmazie«.