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Orale Tumortherapie
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Mehr Eigenverantwortung, mehr Beratungsbedarf

Immer häufiger ist die Tumortherapie mit oralen Darreichungsformen möglich. Das erleichtert Patienten den Alltag, bringt aber auch Herausforderungen und ein hohes Maß an Eigenverantwortung mit sich. Umso wichtiger, dass Betroffene neben ihrem Behandlungsteam auch die öffentliche Apotheke als kompetente Anlaufstelle hinter sich wissen.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 11.09.2026  16:00 Uhr

Vorsicht Wechselwirkungen

Auch Interaktionen können den Therapieerfolg gefährden und das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Eine strukturierte Medikationsanalyse, zum Beispiel als pDL, ist daher sinnvoll, vor allem, wenn fünf oder mehr Medikamente eingenommen werden. Darüber hinaus braucht es Aufmerksamkeit in der Beratung, vor allem bei OTC-Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln.

»Johanniskraut und Grapefruit sind typische Vertreter, die aufgrund ihrer CYP3A4-Interaktionen Wechselwirkungen verursachen«, berichtet Härtel. »Auch Folsäure – findet sich sogar in einigen Bonbons – ist ein Problem, da diese mit 5-FU-Derivaten wie Capecitabin oder Tegafur interagiert. Bei Arzneimitteln, die durch das Verursachen von oxidativem Stress in Tumorzellen wirken, müssen zudem Probleme mit hoch dosierten Radikalfängern wie Vitamin C beachtet werden.«

Einige mögliche Probleme im Überblick:

  • Interaktionen mit CYP-450-Enzymen wie CYP3A4 (Beispiele: Johanniskraut, Grapefruit/Pomelo)
  • Interaktionen mit Hemmstoffen oder Induktoren von p-Glykoprotein
  • Additive Effekte: Zum Beispiel QT-Verlängerung, Blutungsrisiko, Lebertoxizität
  • verringerte Löslichkeit von Wirkstoffen (wie einigen Tyrosinkinase-Inhibitoren) im Magensaft bei gleichzeitiger Gabe von Protonenpumpeninhibitoren, H2-Antagonisten und Antazida
  • Nahrungsergänzungsmittel: können problematisch sein hinsichtlich Interaktionen (zum Beispiel Grüntee-Extrakt, Curcumin, Folsäure), hepatotoxischer Effekte (zum Beispiel Schöllkraut) oder Blutungsneigung (zum Beispiel Ginkgo)

Fazit

Die Apotheke ist eine wichtige Anlaufstelle für Krebspatientinnen und -patienten. Aufgrund der Vielzahl an Wirkstoffen und Besonderheiten ist es wichtig, dass das Apothekenteam Prozesse etabliert und  fortgebildet ist. Wichtig ist nicht zuletzt, die relevanten Informationsquellen zu kennen.

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