Füße im Fokus: Gepflegte Füße und gesunde Nägel sind vielen im Sommer besonders wichtig. / © Getty Images/Denisfilm
Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Fußpilz, einer Tinea pedis, zu erkranken, liegt bei bis zu 70 Prozent. Auch Onychomykosen sind weit verbreitet: Etwa jeder vierte Deutsche über 40 und fast jeder zweite über 65 Jahren ist an einem Nagelpilz erkrankt. Weder eine Tinea pedis noch eine Onychomykose heilen von allein aus.
Hauptverantwortlich sind die Dermatophyten Trichophyton rubrum und Trichophyton interdigitale, seltener sind Candida-Arten bei Fuß- und Nagelpilz beteiligt. Die Fadenpilze und ihre Sporen sind geschickte Überlebenskünstler. Selbst ungünstige Umgebungsbedingungen wie Trockenheit und Kälte überdauern die Mikroorganismen hartnäckig über Monate hinweg. Sobald sich die Umweltgegebenheiten bessern, nehmen sie ihre Aktivität wieder auf.
Die sogenannte interdigitale Form ist die häufigste Erscheinungsform der Tinea pedis und der klassische Fall für die Selbstmedikation. Meist beginnend im Zehenzwischenraum des vierten und des kleinen Zehs, äußert sie sich mit Juckreiz, Rötung, Schuppung, aufgequollener weißlicher Haut bis hin zu schmerzhaften Rhagaden. Kleinste Hautläsionen, Reibung und das feucht-warme Fußklima begünstigen die Infektion. Bleibt der Fußpilz lange Zeit unbehandelt, kann eine bakterielle Superinfektion die Folge sein, deutlich wahrnehmbar am unangenehmen Geruch.
Neben der interdigitalen Form gibt es weitere Erscheinungsformen einer Tinea pedis: Die vesikulös-dyshidrotische Form verursacht kleine, in Gruppen angeordnete Bläschen im Bereich des Fußgewölbes und an den Fußkanten. Juckreiz und Spannungsgefühl sind die Folgen, wenn die Bläschen eintrocknen. Die Symptome sind leicht zu verwechseln mit einem Ekzem. Die sogenannte Mokassin-Mykose zeigt sich mit feinen Schuppen. Die Infektion greift von der Sohle auf die seitliche Fußkanten und den Fußrücken über. Die feinen Schuppen werden leicht als trockene Haut abgetan. Später verhornt die Haut stark und im Bereich der Ferse entstehen schmerzhafte Rhagaden.
Als Faustregel für PTA gilt: Nur die interdigitale Form eignet sich für die Selbstmedikation. Jede andere Ausprägung, jede Unsicherheit bei der Einordnung und jedes Ausbleiben einer Besserung nach konsequenter Therapie gehört in ärztliche Hände.
Juckreiz, Schuppen und aufgequollene weißliche Haut: Die Tinea pedis macht sich meistens zwischen den Zehen bemerkbar. / © Getty Images/Wirestock
Zur Selbstmedikation können PTA lokale Antimykotika in verschiedenen Darreichungsformen wie Cremes, Gele, Lösungen, Puder oder Sprays empfehlen – abhängig vom Hautbild und der Situation des Patienten. Sprays (etwa von Canesten® oder Lamisil®) eignen sich besonders für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Außerdem ist ein Berühren der infektiösen Hautpartien nicht erforderlich. Alkoholhaltige Sprays (wie Mykosert®) wirken zusätzlich trocknend und desinfizierend und können auch zur Schuhbehandlung eingesetzt werden.
Bei trockener Haut sind Cremes sinnvoll, da sie Feuchtigkeit spenden und Hautrisse versiegeln. Bei aufgeweichten oder nässenden Läsionen werden eher Puder (wie Cloderm®) oder Lösungen (wie Canifug®) empfohlen. Gele (zum Beispiel Exoderil®, Bifon®) können durch ihre kühlende Wirkung insbesondere Juckreiz und Brennen lindern.
Je nach Wirkstoff muss die PTA in der Beratung Behandlungsdauer und -intervalle berücksichtigen:
Terbinafin-haltige Zubereitungen zeichnen sich durch einen Depoteffekt aus: Der lipophile Wirkstoff lagert sich bis zu 13 Tage in fungizider Konzentration in der Hornschicht ein. Die einmalige Anwendung ist bei leichten bis moderaten Infektionen eine praktische Alternative für Patienten mit bekannten Adhärenz-Schwierigkeiten.
Wichtig: Die Therapie muss immer über das Abklingen der sichtbaren Symptome hinaus fortgeführt werden, da die Sporen tief in der Hornschicht überdauern. Die meisten Rückfälle gehen auf eine zu früh abgebrochene Behandlung zurück.
Imidazole wie Bifonazol besitzen zusätzlich antiinflammatorische Effekte, die bei entzündlicher Ausprägung vorteilhaft sein können; die antimikrobielle Aktivität erschwert zudem bakterielle Sekundärinfektionen. Bei hyperkeratotischer Tinea pedis, die Fußsohle und -rücken großflächig befällt, reicht eine rein topische Behandlung oft nicht aus – hier ist eine ergänzende systemische Therapie, etwa mit Terbinafin 250 mg täglich über zwei Wochen, indiziert. Diese muss von der Ärztin beziehungsweise dem Arzt verordnet werden.