Außen schön, innen stark: Die Feuerbohne ist als Zierpflanze eine Augenweide, ihre Kerne bereichern zugleich die gesunde Küche. / © Getty Images/Simon McGill
Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Ihre ursprüngliche Heimat reicht von Mexiko bis Nicaragua. Dort wurde sie bereits lange vor der Ankunft der Europäer kultiviert. Nach Europa gelangte sie im 16. Jahrhundert und wurde wegen ihrer roten Blüten zunächst als Zier- und Rankpflanze geschätzt.
Bei uns wächst die frostempfindliche Feuerbohne meist einjährig und klettert mehrere Meter hoch. In Österreich, insbesondere in der Steiermark, ist sie unter dem Namen Käferbohne bekannt. Diese Bezeichnung verdankt sie vermutlich ihren meist violett-schwarzen oder braun gesprenkelten Samen, deren Muster an einen Käferpanzer erinnert. In der Steiermark entwickelte sie sich zu einer regionalen Spezialität. Die Bezeichnung »Steirische Käferbohne« ist seit 2016 als geschützte Ursprungsbezeichnung anerkannt. Gegessen werden die jungen Hülsen oder – häufiger – die großen frischen beziehungsweise getrockneten Samen.
Die Feuerbohne verdankt ihren Namen den auffallend leuchtend roten Blüten, die während der Blütezeit wie kleine Flammen zwischen den grünen Blättern erscheinen. Deshalb wird sie auch Prunkbohne oder Scharlachbohne genannt – im Englischen ist die Bezeichnung »scarlet runner bean« gebräuchlich. Mit Schärfe hat der Name nichts zu tun – die reifen Bohnenkerne schmecken mild, leicht süßlich und nussig. Je nach Sorte können die Blüten übrigens auch weiß oder zweifarbig sein.
Feuerbohnen ähneln in ihrer Nährstoffzusammensetzung anderen Speisebohnen. 100 g gekochte Feuerbohnen liefern – je nach Sorte und Zubereitung – rund 12 g Kohlenhydrate, 7 g Eiweiß und 6 g Ballaststoffe, enthalten aber weniger als 1 g Fett. Durch die Kombination mit Getreide lässt sich die biologische Wertigkeit des Proteins erhöhen: Die Aminosäuren aus Bohnen und Brot, Reis, Mais oder Nudeln ergänzen sich gegenseitig und können vom Körper dadurch besser zum Aufbau körpereigener Proteine genutzt werden.
Die enthaltenen Ballaststoffe und die resistente Stärke werden im Dünndarm nicht vollständig abgebaut und gelangen teilweise in den Dickdarm. Dort dienen sie Darmbakterien als Substrat. Ballaststoffreiche Mahlzeiten sättigen länger und lassen den Blutzucker meist langsamer ansteigen als stark verarbeitete, ballaststoffarme Kohlenhydratquellen.
Bei den Mikronährstoffen sind vor allem Folat und weitere B-Vitamine sowie Kalium, Magnesium, Eisen und Zink interessant. Pflanzliches Eisen wird besser aufgenommen, wenn gleichzeitig Vitamin-C-reiches Gemüse oder Obst auf dem Teller liegt – etwa Paprika, Tomaten, Petersilie oder Zitronensaft.
Dunkle Samenschalen enthalten außerdem Polyphenole, darunter Flavonoide und Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe zeigen in Laboruntersuchungen antioxidative Eigenschaften.