Wie viel die Wahrnehmung von Ungerechtigkeit ausmachen kann, testeten die Forschenden um Jolley in einem Experiment: Einige der Teilnehmenden lasen, die britische Gesellschaft werde zunehmend ungerechter, die andere Gruppe bekam das Gegenteil als Botschaft. Danach sollten sie sich vorstellen, wie fair sie bei einer Bewerbung behandelt werden würden.
Die Botschaft veränderte nicht grundsätzlich, wie gerecht oder ungerecht die Teilnehmenden die Welt einschätzten. In der vorgestellten Bewerbungssituation erwarteten diejenigen aus der Ungerechtigkeitsgruppe aber eher eine unfaire Behandlung. Zudem stimmten sie politischen wie auch allgemeinen Verschwörungsvorstellungen etwas stärker zu.
Auch hier zeigte sich: Menschen, die in ihrem Leben besonders viele als belastend empfundene Ereignisse erlebt hatten, reagierten auf die Ungerechtigkeitsbotschaft im Mittel nicht stärker als andere. Sie waren also nicht generell empfänglicher für die Vorstellung, unfair behandelt zu werden.