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Antidepressiva
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Wie Beratung Ängste nehmen kann

Innerhalb eines Jahres leiden in Deutschland circa 5,3 Millionen Erwachsene an einer unipolaren Depression, die therapiert werden muss. Eine Krankheit, die auch PTA in der Beratung häufig begegnet. Ihr Wissen kann maßgeblich zur Genesung oder zumindest Besserung der Symptome beitragen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 02.10.2026  16:00 Uhr

Sorgen um die Sexualität

Das gilt leider nicht für sexuelle Funktionsstörungen. Sei es eine deutlich nachlassende Libido, seien es Erektionsstörungen – die gängigen Antidepressiva bringen diese in der Regel für die Dauer der Einnahme auftretenden Nebenwirkungen in unterschiedlichem Ausmaß mit sich. Sehr häufig, bei der Hälfte bis zu zwei Dritteln der Patienten, entwickeln sich sexuelle Funktionsstörungen unter den Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) Citalopram, Escitalopram, Sertralin, Paroxetin und Fluoxetin, bei den Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI) Venlafaxin, Duloxetin und Milnacipran sowie unter dem Trizyklikum Clomipramin. Letzteres gilt aber nur noch als Mittel der zweiten Wahl.

Unter den ebenfalls nur noch selten eingesetzten trizyklischen Antidepressiva Amitriptylin, Doxepin, Trimipramin und Nortriptylin sowie unter Trazodon, einem Serotonin-Antagonisten-und-Wiederaufnahmehemmer (SARI), leidet bei 10 bis 30 Prozent der Patienten die Sexualität. Anders sieht es bei Mirtazapin und Vortioxetin aus – hier erleben weniger als 10 Prozent der Patienten Störungen der Sexualfunktion. Ein sehr geringes Risiko für diese bedeutenden Nebenwirkungen findet man bei der Therapie mit Bupropion, Moclobemid, Agomelatin und Tianeptin.

Weil eine eingeschränkte Sexualfunktion für viele Menschen ein gravierendes Problem darstellt, ist sie ein wesentlicher Faktor, der die Therapietreue beeinträchtigen kann. PTA erklären am besten direkt im Rahmen eines vertraulichen Gesprächs – denn das Thema ist schambesetzt –, dass man die Tabletten nicht spontan absetzen darf und auch nicht pausieren sollte. Manchmal kommen Patienten nämlich auf die Idee, die Tabletten dann eben am Wochenende wegzulassen, weil sie da vorhaben, intim zu werden.

Der betroffene Mensch sollte das Medikament zumindest noch so lange einnehmen, bis der Arzt mit ihm über eine Lösung spricht. Auch eine Dosisreduktion kommt ärztlicherseits infrage. Mitunter kann der Arzt bei Männern mit Erektionsstörungen zusätzlich Sildenafil verordnen.

Damit betroffene Menschen bis zum nächsten Arztbesuch möglichst wenig unter den Funktionsstörungen leiden müssen, können PTA Frauen zudem Gleitmittel und Feuchtcremes empfehlen, weil sowohl SSRI als auch SNRI die Empfindlichkeit der Schleimhäute verringern und vaginale Trockenheit bedingen können. Es hilft auch, sich bis zu einer Lösung des Problems dem Druck, einen Orgasmus bekommen zu müssen, gedanklich zu entziehen. PTA können raten, das Augenmerk in dieser schwierigen Phase auf Zärtlichkeit zu legen. Denn SSRI steigern die Orgasmusschwelle so stark, dass es für den Organismus schwer ist, sie zu überwinden.

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