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Schilddrüse
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Die Dirigentin des Stoffwechsels

Sie ist nur wenige Gramm schwer, ihre Wirkung ist jedoch von enormer Bedeutung für den gesamten Organismus: Die Schilddrüse produziert lebenswichtige Hormone, die Stoffwechsel, Herz und Nervensystem beeinflussen. Was braucht das kleine Organ, damit es reibungslos arbeiten kann?
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 14.08.2026  16:00 Uhr

Milder Jodmangel in Deutschland

In Mitteleuropa sind die Böden vergleichsweise arm an Jod. Pflanzen und Tiere nehmen daher wenig Jod auf, und viele regionale Lebensmittel enthalten wenig Jod. Die deutsche Lebensmittelindustrie hatte daher in den 1990er-Jahren etwa Jod in Tierfutter gemischt, und auch bei der Produktion von Back- und Fleischwaren wurde verstärkt Jodsalz eingesetzt. Mit Beginn der 2000er-Jahre hatte man das Problem »Jodmangel in Deutschland« dann weitestgehend abgehakt.

Doch inzwischen sieht es wieder etwas anders aus. Zwar hat sich laut der DGE die Jodzufuhr insgesamt verbessert; sichtbare Jodmangelerscheinungen wie der Kropf kommen in Deutschland fast nicht mehr vor. Daten des Robert-Koch-Institutes (RKI) zeigen jedoch einen rückläufigen Trend in der Jodversorgung: 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 32 Prozent der Erwachsenen haben demnach ein Risiko für eine zu geringe Jodzufuhr. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO herrsche in Deutschland ein milder Jodmangel, so die DGE. Schuld daran sind Experten zufolge der rückläufige Einsatz von jodiertem Speisesalz in der Industrie sowie veränderte Ernährungsgewohnheiten, insbesondere der Trend hin zu einer stark pflanzenbetonten Ernährung.

Immer im Hinterkopf behalten sollte man, dass Jodmangel vor allem für Ungeborene und Kleinkinder riskant ist. Eine Unterversorgung erhöht bei den Kleinsten das Risiko für spätere Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten und der Feinmotorik. Schon milde Defizite in der Schwangerschaft können zu IQ-Verlusten und Lernschwierigkeiten der Kinder führen. Schwangere und Stillende sollten daher unbedingt zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit jodiertem Speisesalz ein Supplement mit 100 bis 150 µg Jod pro Tag einnehmen, empfiehlt die DGE.

Fisch, Milch und Salz

Aufgrund des Jodgehalts der Meere sind Seefische wie Kabeljau oder Seelachs und andere Meerestiere oder -pflanzen wie Muscheln, Garnelen und Algen von Natur aus jodreich. Auch deshalb wird empfohlen, ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch zu essen. Fettarme Fische weisen dabei tendenziell höhere Jodgehalte auf als fettreiche.

Neben Fisch sind andere tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte und Eier bei entsprechender Fütterung gute Jodlieferanten. Die DGE rät auch dazu, zu Hause konsequent jodiertes Speisesalz zu verwenden und beim Einkaufen oder Essen außer Haus Lebensmittel zu bevorzugen, die damit hergestellt wurden. Die in Mode gekommenen Salzspezialitäten wie Himalaya-, Meer-, Hawaiisalz oder Fleur de Sel enthalten in der Regel keinen Jodzusatz und sollten daher nur selten eingesetzt werden. Zum Vergleich: Meersalz enthält mit etwa 0,1 bis 0,2 µg/g Jod in etwa so viel wie unjodiertes Salz. Bei jodiertem Speisesalz sind es 15 bis 25 µg/g.

Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren oder die etwa aufgrund einer Kuhmilch- oder Fischallergie Fisch oder Milchprodukte meiden, müssen in besonderem Maße auf die Jodversorgung über Salz achten. Denn pflanzliche Lebensmittel sind meist deutlich jodärmer. Auch pflanzliche Milchalternativen wie Hafer-, Reis-, Mandel- und Sojadrinks enthalten von Natur aus kein Jod. Die DGE rät hier zu angereicherten Produkten, insbesondere bei veganer Ernährung. Ansonsten müsse die Jodversorgung über andere Lebensmittel oder Nährstoffpräparate erfolgen.

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