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Ungebetene Mitläufer
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Fuß- und Nagelpilz konsequent behandeln

Bis zu 80 verschiedene Pilzgattungen können die Füße besiedeln. Die feuchtwarme Umgebung bietet optimale Wachstumsbedingungen für Erreger von Fuß- und Nagelpilzerkrankungen. Beide Formen sind meist in Eigenregie behandelbar, doch nur eine konsequente Therapie ist erfolgreich – und sie kann Wochen bis Monate dauern.
AutorKontaktChristina Brunner
Datum 19.06.2026  16:00 Uhr

Grenzen der Selbstmedikation

Eine ärztliche Diagnose und Therapie sind erforderlich, wenn sich unter konsequenter topischer Behandlung keine Besserung zeigt, der Fußpilz sich über die Zehenzwischenräume hinaus auf Fußsohle oder -rücken ausbreitet (hyperkeratotische Form) oder beim Patienten Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Immunschwäche oder schwere Durchblutungsstörungen vorliegen. Auch in der Schwangerschaft sowie bei Kleinkindern ist eine ärztliche Abklärung notwendig. Ebenso sollte bei Verdacht auf eine andere Grunderkrankung, etwa ein Ekzem, Kontaktallergie oder Psoriasis, an den Arzt verwiesen werden.

Nicht jeder juckende Zehenzwischenraum ist Fußpilz, nicht jeder verfärbte Nagel ist Nagelpilz. Wer als PTA Eigendiagnosen kritisch hinterfragt, schützt Patienten vor einer wochenlangen Therapie, die ins Leere läuft. Hier gibt es einige Verwechslungsmöglichkeiten im Überblick:

  • Nagelpsoriasis: Die Schuppenflechte kann wie die Onychomykose Nagelveränderungen wie Gelbfärbung, Verdickung und Ablösung der Nagelplatte hervorrufen. Wichtige Unterscheidungsmerkmale: Nagelpsoriasis zeigt häufig sogenanntes Pitting – kleine Grübchen auf der Nageloberfläche – sowie ölfleckartige, rötlich-bräunliche Verfärbungen. Sie befällt zudem häufiger die Fingernägel. Liegt eine Psoriasis an anderen Körperstellen vor, erhärtet sich der Verdacht auf Nagelpsoriasis. Eine ärztliche Untersuchung ist erforderlich.
  • Dyshidrotisches Ekzem: Juckende Bläschen an Zehenzwischenräumen oder der Fußsohle können auch auf ein dyshidrotisches Ekzem (Dyshidrose) hindeuten. Typisch sind tiefsitzende, intensiv juckende Bläschen, die trocknen und zu Krustenbildung und Schuppung neigen. Dieses Ekzem tritt bevorzugt bei jungen Erwachsenen auf und hat keine infektiöse Ursache.
  • Kontaktekzem: Schuhmaterialien wie Klebstoffe oder Gerbstoffe in Lederschuhen können eine Kontaktallergie auslösen. Das Bild ähnelt dem interdigitalen Fußpilz.
  • Störung der Nagelbildung und/oder Trauma: Mechanische Ursachen wie chronischer Druck durch enges Schuhwerk oder einmalige Verletzungen können Verfärbungen und Verdickungen der Nagelplatte hervorrufen, die fälschlicherweise als Pilzbefall gedeutet werden.

Öffentlich genutzte Orte wie Hotelzimmer, Schwimmbäder, Fitnessstudios oder Umkleidekabinen stellen ein erhöhtes Risiko für eine Tinea-pedis dar. Besonders gefährdet sind Sportler, da ihre Füße häufig stundenlang in wenig atmungsaktivem Schuhwerk stecken. Gleichzeitig kommen sie regelmäßig mit potenziell kontaminierten Flächen wie Gemeinschaftsduschen, Umkleiden oder Sportmatten in Kontakt – ein tückisches Zusammenspiel, das die Infektion begünstigt. Aber auch im privaten Bereich können Pilzsporen oder infizierte Hautschuppen zur Infektionsquelle werden, vor allem wenn Mitglieder im Haushalt erkrankt sind und Handtücher, Badematten oder Nagelscheren oder Fußfeilen gemeinsam nutzen.

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