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Ungebetene Mitläufer
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Fuß- und Nagelpilz konsequent behandeln

Bis zu 80 verschiedene Pilzgattungen können die Füße besiedeln. Die feuchtwarme Umgebung bietet optimale Wachstumsbedingungen für Erreger von Fuß- und Nagelpilzerkrankungen. Beide Formen sind meist in Eigenregie behandelbar, doch nur eine konsequente Therapie ist erfolgreich – und sie kann Wochen bis Monate dauern.
AutorKontaktChristina Brunner
Datum 19.06.2026  16:00 Uhr

Die schnelle Variante

Eine schnellere Alternative ist die sogenannte atraumatische Nagelabtragung. Ein entsprechendes Set (Canesten® Extra Nagelset) enthält eine harnstoffhaltige Salbe, eine Creme mit dem Wirkstoff Bifonazol, Hygienepflaster und einen Spatel. Der befallene Nagel wird mit der 40-prozentigen Harnstoff-Zubereitung behandelt und abgedeckt. Die aufgeweichte, erkrankte Nagelsubstanz kann dann im Verlauf von circa 14 Tagen schrittweise mit einem Spatel entfernt werden. Anschließend wird der Nagel weitere vier Wochen mit der bifonazolhaltigen Creme behandelt, damit der Wirkstoff auch tiefsitzende Pilzerreger im Nagelbett erreicht. Dadurch kann der Nagel anschließend gesund nachwachsen.

Bevor die PTA ein entsprechendes Präparat empfiehlt, sollte sie Folgendes im Blick haben: Nicht jedem ist das Behandeln von Füßen und Zehen problemlos möglich. Besonders im höheren Alter können eingeschränkte Beweglichkeit, Sehfähigkeit oder Feinmotorik das regelmäßige und korrekte Anwenden erschweren oder unmöglich machen. Da viele Betroffene älter sind, sollte die PTA hier gezielt nachfragen, ob sich die Patienten die Anwendung zutrauen. Ist dies nicht der Fall, sollte sie an einen Arzt verweisen.

Grenzen der Selbstmedikation

Eine ärztliche Behandlung ist auch indiziert, wenn mehr als drei Nägel, die Matrixzone (Wachstumszone) der Nägel und/oder mehr als etwa 50 bis 60 Prozent der Nagelflächen betroffen sind. Grundsätzlich gilt das auch für Schwangere und Stillende, Menschen mit einer Immunschwäche oder mit Durchblutungsstörungen. Bleibt zudem trotz konsequenter Behandlung über mehrere Monate eine Besserung aus, sollte die PTA ebenfalls den Arzt verweisen.

Dann kommen systemisch wirksame Arzneimittel zum Einsatz. Laut den Autoren der aktuellen S1-Leitlinie »Onychomykose« der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist vor einer systemischen Therapie jedoch ein gesicherter Erregernachweis erforderlich. Der Wirkstoff Terbinafin ist dann das Mittel der Wahl. Er ist fungizid wirksam und wird in einer Dosierung von 250 mg einmal täglich eingenommen, möglichst zur gleichen Tageszeit. Die Tabletten können bis zu drei Monate lang eingenommen werden.

Nach vier bis sechs Wochen steht meist eine Kontrolle der Leberwerte in der Arztpraxis an. Terbinafin wird in der Leber über das Cytochrom-P450-System abgebaut und kann in seltenen Fällen die Leber schädigen. Der Kontrolltermin dient also der Sicherheit, die PTA sollte darauf hinweisen und Patienten auf mögliche Warnsymptome aufmerksam machen. Dazu zählen etwa ungewöhnliche Müdigkeit, Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder eine Gelbfärbung der Haut. Die PTA sollte zudem auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen: Als CYP2D6-Inhibitor kann Terbinafin die hepatische Clearance von Tamoxifen, Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), Trizyklika und Betablockern vermindern.

Auch unter einer oralen Therapie mit Terbinafin wird häufig zusätzlich ein antimykotischer Nagellack empfohlen. Die Kombination mit einem antimykotischen Nagellack ist sinnvoll, da sie die Heilungschancen erhöht.

Der entscheidende Hebel liegt im Beratungsgespräch. PTA sollten gezielt nachfragen: Wie beweglich ist der Patient? Kann er seine Füße gut erreichen? Sieht er die betroffenen Stellen deutlich? Wer das weiß, kann die passende Darreichungsform empfehlen und die Therapie realistisch gestalten – etwa eine einmal wöchentliche statt tägliche Anwendung, wenn das besser zum Alltag passt. Noch wirksamer ist es, die Anwendung an eine bestehende Routine zu koppeln, zum Beispiel abends nach dem Duschen. Je selbstverständlicher die Therapie in den Alltag eingebettet ist, desto seltener wird sie vergessen oder abgebrochen. Kurz gesagt: Eine Minute mehr im Gespräch kann Monate Therapietreue bedeuten – und damit den Unterschied zwischen Rückfall und vollständiger Heilung.

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