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Ungebetene Mitläufer
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Fuß- und Nagelpilz konsequent behandeln

Bis zu 80 verschiedene Pilzgattungen können die Füße besiedeln. Die feuchtwarme Umgebung bietet optimale Wachstumsbedingungen für Erreger von Fuß- und Nagelpilzerkrankungen. Beide Formen sind meist in Eigenregie behandelbar, doch nur eine konsequente Therapie ist erfolgreich – und sie kann Wochen bis Monate dauern.
AutorKontaktChristina Brunner
Datum 19.06.2026  16:00 Uhr

Ansteckung verhindern

Da von abgelösten Hautschuppen eine erhebliche Ansteckungsgefahr ausgeht, sollten Patienten Handtücher und Socken täglich wechseln und bei mindestens 60 °C waschen – aber: Trichophyton rubrum kann auch über die Waschmaschine übertragen werden. Socken, Handtücher und Bettwäsche deshalb separat bei mindestens 60 °C waschen; der Feinwäsche einen speziellen Hygienespüler zugeben.

PTA können Patienten durch gezielte Verhaltensmaßnahmen vor einer Infektion schützen. Dazu gehört, neue Schuhe vorbeugend zu desinfizieren, beispielsweise mit einem Schuhhygienespray. Die Füße und besonders die Zehenzwischenräume sollten stets gut getrocknet werden, wobei ein Föhn hilfreich sein kann. In öffentlichen Bereichen wie Umkleiden, Schwimmbädern oder Hotelzimmern sollte man besser nicht barfuß laufen. Socken aus atmungsaktiven Materialien wie Baumwolle sollten täglich gewechselt werden, ebenso ist bequemes, gut belüftetes Schuhwerk wichtig. Handtücher, Nagelscheren und ähnliche Utensilien sollten nicht gemeinsam genutzt werden. Übermäßige Hornhaut kann vorsichtig, zum Beispiel mit einem Bimsstein, entfernt werden, da Risse in der Haut Eintrittspforten für Erreger darstellen. Eine tägliche Fußpflege mit harnstoffhaltigen Cremes stärkt zusätzlich die Hautbarriere, wobei die Zehenzwischennräume ausgespart werden sollten.

Geduld ist gefragt

Wird Fußpilz nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass Dermatophyten von der Haut unter die Nagelplatte und eventuell bis zur Nagelmatrix vordringen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen tritt dieser Fall ein. Eine Onychomykose kann jedoch auch unabhängig von einer Tinea pedis entstehen. Etwa wenn kleinste Verletzungen – wie bei unsachgemäßer Nagelpflege – oder chronischer Druck auf den Nagel, dem Pilz Eintrittspforten öffnen. Durchblutungsstörungen, hohe Blutzuckerwerte bei Diabetes, Nagelpsoriasis, zunehmendes Alter oder Immunsuppression begünstigen den Nagelbefall zusätzlich. Die damit einhergehende Hyperkeratose hebt den Nagel an, der sich weiß-gelblich verfärbt. Schreitet die Infektion fort, verdickt sich der Nagel und beginnt zu bröckeln. Unbehandelt zerstört der Erreger durch enzymatische Aktivität und invasives Wachstum allmählich vollständig die Nagelplatte.

Nagellacke zur Behandlung stehen in wasserlöslichen und -unlöslichen Formulierungen zur Verfügung. Wasserunlösliche Lacke (wie Loceryl®, Ciclocutan®, Miclast®, Nagel-Batrafen®) bilden nach dem Auftragen und dem Verdunsten des Lösungsmittels bereits nach etwa zehn Minuten eine wasserfeste Schicht.

Ein Tipp vor allem für Frauen: Nach dem Trocknen kann der Nagel mit einem kosmetischen Lack farbig überlackiert werden. Gerade in der Sommerzeit ist das eine schöne Lösung und wichtig für das Wohlbefinden der Betroffenen. Der Nagelpilz wird weiterhin bekämpft, ist aber nicht mehr zu sehen. Aber: Bei wasserunlöslichen Lacken muss die Nagelplatte mit Einmalfeilen behandelt und abgetragen werden, ältere Lackschichten müssen regelmäßig mit Alkoholtupfern entfernt werden. Die Anwendungshäufigkeit ist abhängig vom jeweiligen Präparat und der Behandlungsdauer und variiert von einmal täglich bis hin zu einmal wöchentlich.

Das regelmäßige Feilen entfällt bei den wasserlöslichen Lacken mit den Wirkstoffen Ciclopirox (Ciclopoli®) oder Terbinafin (zum Beispiel Terbinafin 1A-Pharma). Sie werden einmal täglich in dünner Schicht auf den erkrankten Nagel und 0,5 cm breit auf die umliegende Haut sowie unter dem freien Nagelrand aufgepinselt. Der Lack trocknet in nur 30 Sekunden, soll aber sechs Stunden nach dem Aufbringen nicht mit Wasser in Berührung kommen. Eine Anwendung vor dem Schlafengehen ist daher ratsam.

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