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Mangelernährung vorbeugen
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Gesund essen bei Krebs

Eine Krebserkrankung verlangt dem Körper viel ab – unter anderem verändert sich der Stoffwechsel, Muskeln und Fett werden abgebaut. Dazu kommen oft therapiebedingte Übelkeit, Mukositis oder Geschmacksveränderungen, die das Essen erschweren. Umso wichtiger ist es, einer Mangelernährung früh entgegenzuwirken. Worauf sollten Krebspatienten bei ihren Nahrungsmitteln achten – und was ist von sogenannten »Anti-Krebs-Diäten« zu halten?
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 15.09.2026  16:00 Uhr

Was bringen Anti-Krebs-Diäten?

In der alternativen Heilkunde und auch online werden Betroffenen immer wieder Ernährungsformen empfohlen, die gezielt Krebszellen angreifen und abtöten sollen. Hier sollten PTA Patienten recht deutlich abraten: Zwar werden eventuelle Effekte verschiedener Diäten aktuell in Studien untersucht, nach derzeitigem Wissensstand kann man solche Ernährungsformen aber nicht empfehlen.

Die in diesem Jahr aktualisierte S3-Leitlinie »Klinische Ernährung in der Onkologie« spricht sich daher auch ganz klar gegen restriktive Diäten bei Krebs aus (siehe Tabelle). Im Gegenteil: Wird einseitig gegessen oder werden bestimmte Lebensmittel komplett weggelassen, begünstigt das Mangelernährung und Gewichtsverlust.

Ernährungsform Behauptung Bewertung
Zuckerfrei Tumorzellen brauchen Glucose zum Wachsen, wer keinen Zucker isst, »hungert« den Tumor sozusagen aus. Nicht empfehlenswert. Der Zusammenhang ist stark vereinfacht dargestellt. Zwar wachsen Tumorzellen schnell aufgrund eines veränderten Energiestoffwechsels und verwerten bevorzugt Glucose. Aber auch bei komplettem Zuckerverzicht kann der Körper andere Nährstoffe in Zucker umwandeln.
Ketogen Eine besonders kohlenhydratarme Ernährung führt zur Umstellung auf einen Ketosestoffwechsel, das soll das Tumorwachstum bremsen und die Nebenwirkungen einer Chemotherapie mindern Die Leitlinie rät ab, in Studien kommt es fast immer zu Gewichtsverlust und einem Mangel an Mikronährstoffen > Risiko für Mangelernährung steigt
Fasten/Intervallfasten Fasten unter der Chemotherapie soll Nebenwirkungen lindern, Lebensqualität verbessern und das Tumoransprechen steigern Bislang gibt es keine überzeugenden Studien, die einen Nutzen belegen. Laut Leitlinie soll Fasten Krebspatienten unter laufender Tumortherapie nicht empfohlen werden.
Vegetarisch/vegan Aufgrund mangelnder Evidenz gibt es in der Leitlinie keine Empfehlung für oder gegen eine vegetarische oder vegane Ernährung für Krebspatienten während der Therapie
Basische Ernährung Krebs gedeiht in einem »übersäuerten« Körper, Gemüse und basenbildende Lebensmittel sollen den Körper entsäuern. Das Konzept eines über die Ernährung beeinflussbaren Säure-Base-Haushalts ist wissenschaftlich nicht belegt. Der pH-Wert des Blutes wird über Puffersysteme reguliert. Eine vermeintlich basische, sprich pflanzenreiche Ernährung ist dennoch empfehlenswert.
Saftkuren Obst- und Gemüsesäfte sollen Giftstoffe und Krebszellen aus dem Körper spülen. Gefahr einer extrem einseitigen Ernährung, Fachgesellschaften raten während einer Krebserkrankung ab.
„Antikrebs-Lebensmittel“ – zum Beispiel Brokkoli, Beeren, Kurkuma, Knoblauch Bestimmte Inhaltsstoffe, zum Beispiel Sulforaphan aus Brokkoli, sollen Krebszellen gezielt zerstören. Für einige Einzelstoffe gibt es interessante Ergebnisse aus Labor- und Tierstudien. Das bedeutet aber nicht, dass ein übermäßiger Verzehr dieser Lebensmittel Krebs behandeln kann.
Auswahl einiger sogenannter »Anti-Krebs-Diäten«
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