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Mangelernährung vorbeugen
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Gesund essen bei Krebs

Eine Krebserkrankung verlangt dem Körper viel ab – unter anderem verändert sich der Stoffwechsel, Muskeln und Fett werden abgebaut. Dazu kommen oft therapiebedingte Übelkeit, Mukositis oder Geschmacksveränderungen, die das Essen erschweren. Umso wichtiger ist es, einer Mangelernährung früh entgegenzuwirken. Worauf sollten Krebspatienten bei ihren Nahrungsmitteln achten – und was ist von sogenannten »Anti-Krebs-Diäten« zu halten?
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 15.09.2026  16:00 Uhr

Gewicht halten oder wieder aufbauen

Es ist ein recht komplexer Teufelskreis: Eine Mangelernährung lässt sich nicht einfach durch »mehr essen« beheben. Selbst wenn ausreichend Kalorien aufgenommen werden, treibt der veränderte Stoffwechsel den Abbau von Muskel- und Fettgewebe meist weiter voran. Viele Patienten profitieren von einer Ernährungsberatung, die von den Krankenkassen bei Krebspatienten in bestimmten Fällen bezuschusst wird.

Ziel während einer Krebstherapie ist es, das Gewicht zu halten beziehungsweise wieder aufzubauen. Krebspatienten sollten deshalb auf eine ausreichende Nahrungszufuhr achten und auch die Zusammensetzung ihrer Ernährung im Blick behalten. Generell ist dabei immer wichtig: Essen soll schmecken und Spaß machen, denn das steigert die Lebensqualität vieler Patienten enorm.

Grundsätzlich gelten für Krebspatienten die gleichen Empfehlungen wie für gesunde Menschen: pflanzenbetont essen mit viel Gemüse und Obst, viel Vollkorn, wenig Fleisch (bevorzugt Geflügel) und ab und zu Fisch. Aber es gibt auch abweichende Empfehlungen, die Patienten beherzigen sollten, vor allem wenn sie schon Gewicht verloren haben. So sollten sie etwa 35 Prozent ihrer Energie über Fett aufnehmen – für Gesunde werden maximal 30 Prozent Fettanteil empfohlen, um Übergewicht zu vermeiden.

Da Krebskranke häufig keine großen Mengen essen können, können sie ihre Speisen, soweit möglich, mit (gesunden) ungesättigten Fetten anreichern, etwa mit einer zerdrückten Avocado oder Nussmus. Auch Pflanzenöle und Margarine können verwendet werden.

Fokus auf Eiweiß

Ganz besonders wichtig ist eine hohe Eiweißzufuhr, um Erhalt und Aufbau der Muskeln zu unterstützen. Empfohlen werden täglich 1,2 bis 1,5 g Protein pro kg Körpergewicht; der Bedarf kann aber auch auf bis zu 2 g/kg KG steigen. Das ist ziemlich viel! Zum Vergleich: Für gesunde Personen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 0,8 g/kg KG. Eine 60 kg schwere gesunde Frau braucht demnach 48 g Protein pro Tag, eine 60 kg schwere Krebspatientin etwa 90 g. Über die normale Ernährung ist eine solche erhöhte Eiweißzufuhr oft nur schwer umzusetzen, vor allem, da viele Patienten nur kleine Mengen essen können.

Einige Nahrungsmittel, etwa Milch, Quark, Joghurt oder Müsli, können bei Bedarf mit einem hochwertigen Proteinpulver, am besten pflanzlich und geschmacksneutral, angereichert werden. Auch der Einsatz einer bilanzierten Trinknahrung kann bei medizinischer Indikation sinnvoll sein. Entsprechende Produkte sind in süßen und herzhaften Geschmacksrichtungen erhältlich und können unter bestimmten Voraussetzungen zulasten der Krankenkasse verordnet werden.

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