| Verena Schmidt |
| 15.09.2026 16:00 Uhr |
Was onkologischen Patienten laut Leitlinie allerdings empfohlen werden soll, ist, den Vitamin-D-Blutspiegel überprüfen zu lassen. Bei einem Mangel sollte das Vitamin substituiert werden und der Erfolg dieser Substitutionstherapie sollte einige Zeit nach Therapiebeginn erneut überprüft werden.
Ähnlich sieht es bei Selen aus, einem Spurenelement, das Bestandteil wichtiger antioxidativ wirksamer Enzyme ist. Die Substitution mit Selen aktiviere das Enzym Glutathionperoxidase, welches wichtig zum Abfangen freier Radikale sei, heißt es in der Leitlinie zur Komplementärmedizin. Forschende untersuchen daher den Einfluss von Selen auf die Nebenwirkungen von Radio- und Chemotherapien, bei denen freie Radikale freigesetzt werden. Insgesamt werde Selen auch mit einer verbesserten Immunantwort in Verbindung gebracht, so die Leitlinienautoren.
Dennoch sollte Selen nur bei einem Mangel, nicht routinemäßig, substituiert werden. Denn sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung könne negative Folgen haben. Die Autoren empfehlen, eine Supplementierung immer mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Vorsicht ist besonders bei hoch dosierten Präparaten geboten: Der Bereich zwischen optimaler Zufuhr und zu hoher Aufnahme ist eng, bei Überdosierung droht eine Selenose mit Haarausfall, Nervenschäden und Magen-Darm-Beschwerden.