Gabi gibt nun gezielt beide Wirkstoffe in die Suche ein, um nach weiteren Informationen zu suchen. Der Rezepturenfinder listet eine Rezepturformel, die der gesuchten ohne Clobetasolpropionat entspricht. Im Kommentar wird erwähnt, dass eine Kombination mit Glucocorticoiden möglich ist. Als Aufbrauchsfrist werden vier Wochen angegeben. Sollte sie keine anderslautenden Angaben finden, wird sie dies als Aufbrauchsfrist für die Lösung festlegen.
Als Letztes wirft Gabi einen Blick auf Clobetasolpropionat. Das sehr stark wirksame (Klasse IV) Glucocorticoid hat laut den »Tabellen für die Rezeptur« einen rezeptierbaren pH-Bereich von 2 bis 9. In Propylenglycol und Ethanol ist das Corticoid nur wenig löslich, bei der geringen Konzentration, die hier verlangt wird, reicht die Löslichkeit aber aus.
Bleibt die Herstellung. Miconazolnitrat löst sich nicht sehr gut in ethanolischen Lösungen und kann bei zu starker Abkühlung wieder ausfallen. Laut Rezepturhinweis »Miconazol und Miconazolnitrat« wird der Wirkstoff bei 70 °C unter Rühren gelöst. Da sich das Antimykotikum im Sauren besser löst, wiegt Gabi alle Bestandteile bis auf das Clobetasolpropionat ab, erwärmt sie auf die gewünschten 70 °C und rührt, bis alles gelöst ist. Verdunstungsverluste werden mit Ethanol 96 Prozent ergänzt.
Das Corticoid löst Gabi in der sich langsam abkühlenden Lösung. Die Lösung sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden, um einen Ausfall des Antimykotikums zu verhindern. Ausfällungen lassen sich aber unter leichtem Erwärmen wieder in Lösung bringen.
Für die Gebrauchsanweisung fragt Gabi in der Praxis nach. Dort wird ihr mitgeteilt, dass die Lösung einmal täglich für maximal zwei Wochen auf die entsprechenden Hautstellen aufgetragen werden soll. Gabi macht alle Vermerke in den Protokollen und auf dem Etikett und stellt die Lösung nach Rücksprache mit der diensthabenden Apothekerin her.
1x täglich auf die Stellen auftragen; maximal zwei Wochen