»Statt der Wärmezufuhr würde ich bei beiden Herstellungsmethoden besser mit Magnetrührer und Rührfisch arbeiten. Langes und ordentliches Rühren zahlt sich aus, um eine klare Lösung zu bekommen. Allenfalls moderate Wärmezufuhr ist möglich.« Ansonsten sei nach dem Erkalten auch immer wieder darauf zu achten, dass der Ansatz nicht trüb wird und damit Wirkstoff ausfällt.
Der Rezeptur-Coach riet in jedem Fall, als Inprozesskontrolle die Dichte mit einem Pyknometer zu bestimmen, bevor Propylenglykol zugegeben wird. Ein nicht passender Brechungsindex zeigt relevante Verdunstungsverluste an. Zum Schluss wird mit Propylenglykol auf 50 g oder im Falle der Ansatzvergrößerung auf 100 g fertige Lösung aufgefüllt. Laut Potschadel ist es auch möglich, Propylenglykol erst im Abgabegefäß zuzugeben. Wegen seiner hohen Viskosität muss der Ansatz so oder so stark geschüttelt werden.
Als Abgabegefäß empfiehlt sich ein Braunglas mit engem Gewinde. Der Lichtschutz ist aufgrund der Photoinstabilität von Estradiolbenzoat nötig. Das Gefäß muss dicht verschließbar sein, um Verdunstung zu verhindern. »Sonst erhöht sich der Wasseranteil – was wiederum Kristallwachstum provozieren könnte. Das wäre beim Auftragen eher kontraproduktiv.«
Als Applikationshilfe dient eine Pipette mit blauem Aufsatz; dieser ist mit wässrig-alkoholischen Mischungen kompatibel. In Konzentrationen über 15 Prozent (V/V) wirkt 2-Propanol konservierend. Die flüssige Zubereitung gilt daher auch ohne Zusatz eines Konservierungsmittels als mikrobiell stabil und besitzt eine Aufbrauchsfrist von sechs Monaten. Das Arzneimittel ist von Zündquellen fernzuhalten.