| Isabel Weinert |
| 31.07.2026 16:00 Uhr |
Während auch im Schulalter vor allem biegsame Knorpel die Wirbelsäule bilden, verknöchern die Wirbelkörper im Verlauf der Pubertät komplett. Die Bandscheiben als elastische Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern bestehen bei Babys noch aus reichlich Blutgefäßen und enthalten viel Wasser. Im Laufe der Jahre verändern sie sich zu einem festen und faserigen Ring aus Knorpel mit einem Kern, der aus einer Masse besteht, die an ein Gel erinnert. Weil Blutgefäße dann fehlen und das Blut deshalb nicht mehr direkt Nährstoffe in die Bandscheiben transportiert, arbeiten die Bandscheiben Erwachsener wie ein Schwamm, der sich bei Entlastung mit Flüssigkeit vollsaugt und durch Belastung wieder ausgedrückt wird. Diese Funktionsweise macht Bandscheiben sehr widerstandsfähig.
Bereits ab dem 6. Lebensjahr bis zum 12. zeigen sich bei Schulkindern oft Haltungsschäden und eine verspannte Muskulatur. Sie rühren meist von langen Sitzzeiten, aber auch vom Tragen mittlerweile mehrerer Kilogramm schwerer Schulranzen. Es hilft dann, die Sitzzeiten zu verkürzen, den Ranzen möglichst nah am Körper zu tragen und zu organisieren, dass immer Schulmaterial auch in der Schule verbleiben kann, um die tägliche Last zu reduzieren.
Ein Morbus Scheuermann, eine genetisch bedingte, aber auch durch Fehlbelastungen geförderte Erkrankung, kann sich zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr entwickeln. Dabei entsteht ein starrer Rundrücken, weil die Vorderkanten der Wirbel langsamer wachsen. Frühes Agieren ist wichtig, etwa mittels spezieller Physiotherapie und mitunter mithilfe eines Korsetts.
Zu Beginn der Pubertät, zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr, macht sich auch eine seitlich verkrümmte Wirbelsäule bemerkbar, eine Skoliose. Sie entsteht durch ein Wechselspiel hormoneller und genetischer Einflüsse in der Pubertät. Kinderärzte sollten die Biegung bei den U-Untersuchungen erkennen und Physiotherapie verordnen. Auch hier brauchen manche Betroffene ein Korsett.
Rückenschmerzen bei Kindern sollte man außer bei einer akuten Zerrung oder Ähnlichem nicht direkt mit Medikamenten behandeln, um Kindern nicht anzuerziehen, die Lösung für Schmerzen vorrangig in Arzneimitteln zu suchen. Physiotherapie, Entspannung und Bewegung gehören in den Vordergrund.
PTA sollten aber die Warnzeichen kennen, denn generell müssen Eltern Rückenschmerzen bei Kindern ernst nehmen und den Arzt zeitnah aufsuchen, wenn das Kind jünger als zehn Jahre ist, wenn die Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall auftreten, wenn Fieber oder Schüttelfrost oder Gewichtsverlust dazukommen, wenn das Kind über Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungen klagt oder wenn die Schmerzen besonders in Ruhe auftreten.
Wenn es gar nicht anders geht, kann Ibuprofen als Saft oder Zäpfchen bei Muskel- und Gelenkschmerzen zum Einsatz kommen, bei Zerrungen und Prellungen unterstützend. Wird Ibuprofen nicht vertragen, geht alternativ Paracetamol, das aber nur den Schmerz dämpft und nicht die Entzündung. Pflanzliche Schmerzsalben wie Beinwell-Wurzelextrakt können bei älteren Kindern dünn auf das betroffene Areal aufgetragen werden. Normale Schmerzgele mit Diclofenac eignen sich für Kinder nur in seltenen Ausnahmefällen, etwa bei schwerem Rheuma. Zugelassen sind Diclofenac-Schmerzgele erst ab dem 14. Lebensjahr. PTA sollten Eltern deshalb darauf hinweisen, nicht einfach die eigenen Schmerzgele oder Tabletten für das Kind zu verwenden, wenn dieses Rückenschmerzen hat.