| Isabel Weinert |
| 31.07.2026 16:00 Uhr |
Bis zu seinem 30. Lebensjahr kann der Bewegungsapparat eines Menschen immer mehr Leistung erbringen. Dann geht es dahin gehend leider wieder bergab. Was heißt das? Die Bandscheiben regenerieren nicht, Mediziner sprechen von Osteochondrose. Sie können immer weniger Wasser speichern und verlieren zunehmend ihre Funktion als Stoßdämpfer. Der Oberkörper des Menschen schrumpft. Daneben bauen auch die Wirbelgelenke ab, was dann Spondylarthrose heißt. Der Knorpel zwischen den kleinen Facettengelenken der Wirbelsäule wetzt sich ab; die Wirbelsäule wird steifer. Und als wäre das nicht schon genug, verlieren Menschen mit dem Älterwerden auch an Muskulatur (Sarkopenie), und zwar vor allem diejenige, die den Rumpf in die Tiefe stabilisiert.
Betrachtet man den Rücken abhängig vom Geschlecht, dann sind es bei Frauen die Wechseljahre, die wegen des massiven Östrogenabfalls einen klaren Wendepunkt für die Knochenstabilität bringen. Wenig Östrogen bedeutet ein deutlich erhöhtes Risiko für Osteoporose. Zudem bringt die Anatomie bei Frauen, also die in der Regel im Vergleich mit Männern schmalere Wirbelsäule und die dünneren Bandscheiben, mit sich, dass sie häufiger als Männer unter chronischen Rückenschmerzen leiden. Nicht zuletzt sorgt der Zusammenbruch von porösen Wirbelkörpern für einen mitunter massiven Witwenbuckel (Hyperkyphose).
Männer sind klar im Vorteil, was den Erhalt von Muskelmasse angeht. Weil der Testosteronspiegel bei ihnen nur langsam sinkt, bleiben Muskeln länger erhalten. Zudem weisen ihre Knochen eine höhere Dichte auf, ihre Sehnen sind kräftiger.
Im Alter dominieren die folgenden Veränderungen der Wirbelsäule, die Schmerzen mit sich bringen können, aber nicht müssen:
Physiotherapie ist in der Regel die Basis bei Rückenleiden / © Adobe Stock/contrastwerkstatt
Arthrose führt hier zu Knochenausziehungen in den Wirbelkanal. Dort können die knöchernen Strukturen Nerven und Rückenmark einengen. Betroffene spüren das schmerzhaft, die Beine können sich schwer anfühlen oder taub, während man geht. Beugt sich der Mensch nach vorne, dann lassen die Symptome nach.
Physiotherapeuten fördern die Beugung des Beckens mit gezielten Übungen. Das entlastet den Kanal. Zudem mildern nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) Schmerz und Entzündung.
Neben diesen konservativen Maßnahmen sind Spritzen in der Umgebung der Wirbelsäule möglich, mit Wirkstoffen, die die Entzündung hemmen. Bevor sich behandelnde Ärzte für eine Operation entscheiden, wägen sie genau ab. Heute gilt es, erst alle konservativen und interventionellen (Spritzen) Maßnahmen auszuschöpfen, solange keine Lähmungen auftreten oder die Harnblase nicht mehr richtig arbeiten kann. Betroffene sollten vor der Entscheidung für eine Operation auf jeden Fall eine Zweitmeinung einholen.