Die Behandlung richtet sich nach dem aktuellen Funktionszustand der Schilddrüse und den Beschwerden. Bei manifestem Hypothyreose-Befund ist eine Levothyroxin-Substitution angezeigt. Bei anderen Konstellationen oder im höheren Alter wird die Therapieindikation individuell gestellt. Ein Sonderfall sind schwangere Frauen, die immer behandelt werden sollten und meist eine erhöhte Dosis benötigen, um den gesteigerten Bedarf auszugleichen.
Die Initialdosis wird Alter, Körpergewicht und kardiovaskulären Risiken angepasst. Nach Beginn der Substitution und nach jeder Dosisänderung sollte der TSH-Wert kontrolliert werden. Bei eingestellter Therapie sind in der Regel halbjährliche bis jährliche Kontrollen ausreichend. Bei Symptomen, Komorbiditäten oder unklarer Adhärenz kann engmaschiger geprüft werden. Eine kausale Therapie der Autoimmunreaktion existiert nicht. In aller Regel persistiert oder verstärkt sich die Unterfunktion im Verlauf und viele Patienten müssen die Hormonersatztherapie lebenslang fortführen.
Bei der Substitution ist es wichtig, die Tabletten konsequent und möglichst täglich zum selben Zeitpunkt einzunehmen. Viele Nahrungsmittel und Kationen verringern die Bioverfügbarkeit von L-Thyroxin. Daher soll das Arzneimittel am besten morgens nüchtern eingenommen werden (mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück). Zwischen der Einnahme von L-Thyroxin und calcium‑, eisen‑ oder aluminiumhaltigen Präparaten (zum Beispiel Antazida, Calciumtabletten, Eisenpräparaten) ist ein Abstand von mindestens zwei bis vier Stunden einzuhalten. Auch Kaffee, Sojaprodukte und einige Medikamente wie Protonenpumpen-Inhibitoren oder Cholesterolbinder können die Resorption mindern. Bei Durchfall, Zöliakie oder bakterieller Fehlbesiedlung (Malabsorption) kann die Aufnahme ebenfalls verringert sein.
Wichtig für die Abgabe von Schilddrüsenhormonen in der Apotheke ist auch, dass die Arzneimittel von der Aut-idem-Regel ausgenommen sind. Sie dürfen also nicht gegen ein Präparat eines anderen Herstellers ausgetauscht werden. Das liegt daran, dass sich Marken- und Generikum-Präparate in der Bioverfügbarkeit unterscheiden können.