Patienten mit Hashimoto können grundsätzlich ohne Einschränkungen ihrem Alltag nachgehen. Eine Herausforderung kann es allerdings sein, wenn sie an Gewicht verlieren wollen. In der typischen chronischen Phase von Hashimoto kann der Grundumsatz sinken, sodass Patienten mitunter ungewollt zunehmen. Die Gewichtszunahme ist allerdings meist moderat und beruht nicht nur auf Fettmasse, sondern auch auf einer vermehrten Wassereinlagerung im Gewebe.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Abnahme ist, dass die Schilddrüsenfunktion gut eingestellt ist. Eine nicht oder unzureichend behandelte Hypothyreose erschwert das Abnehmen deutlich. Menschen mit behandelter Hypothyreose können zwar immer noch einen leicht niedrigeren Energieverbrauch haben als Stoffwechselgesunde. Dieser Unterschied ist jedoch eher gering und erklärt eine ausgeprägte Gewichtszunahme nicht allein. Häufig spielen zusätzlich Faktoren wie Alter, Bewegungsmangel, Ernährungsgewohnheiten, Schlafqualität oder die Menopause eine Rolle, wenn Hashimoto-Patienten trotz Therapie zunehmen.
Für eine nachhaltige Gewichtsabnahme ist meistens ein Defizit von etwa 300 bis 500 kcal pro Tag empfehlenswert. Achtung: Extreme Diäten können den Verlust von Muskelmasse fördern. Eine Proteinzufuhr von etwa 1,2 bis 1,6 g/kg Körpergewicht pro Tag unterstützt den Muskelerhalt während der Gewichtsabnahme und erhöht die Sättigung. Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Obst machen ebenfalls satt, ohne zu viele Kalorien zuzuführen, und unterstützen eine gesunde Darmfunktion.
Zwei bis drei Einheiten Krafttraining pro Woche helfen, Muskelmasse zu erhalten oder aufzubauen. Ausdauertraining erhöht den Energieverbrauch und verbessert die cardiometabolische Gesundheit. Schlafmangel und chronischer Stress können Hungerregulation, Appetit und Bewegungsverhalten hingegen ungünstig beeinflussen. Daher sollten Patienten auf eine ausreichende Regeneration und ein gutes Stressmanagement achten.
Haben Patienten erfolgreich an Gewicht abgenommen, sollte der Arzt überprüfen, ob die Schilddrüsenhormone noch gut eingestellt sind. Denn eine zu hohe Levothyroxin-Dosis führt zu einer medikamentös bedingten Hyperthyreose. Diese erleichtert zwar das Abnehmen, bringt aber Risiken für Herz und Knochen mit sich.
Wenn trotz gut eingestellter Schilddrüsenwerte, konsequenter Ernährung und regelmäßiger Bewegung über Monate keine Gewichtsabnahme gelingt, sollten weitere Ursachen abgeklärt werden, etwa Medikamente wie einige Antidepressiva oder Glucocorticoide, Insulinresistenz, Schlafapnoe oder andere hormonelle Störungen.