| Barbara Döring |
| 28.08.2026 16:00 Uhr |
Besteht der Verdacht auf Gürtelrose, sollten Patienten umgehend den Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um eine weitere Ausbreitung des Hautausschlags zu vermeiden und die oft sehr starken Schmerzen zu lindern, die unbehandelt chronifizieren können. Die Therapie bewältigen die Patienten in der Regel selbstständig zu Hause. Nur in schweren Fällen ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
Zur Behandlung kommen systemische antivirale Medikamente wie Aciclovir oder andere Nukleosidanaloga wie Valaciclovir, Famciclovir oder Brivudin sowie antiseptische Mittel zur lokalen Behandlung des Exanthems zum Einsatz. Bei frischen Bläschen empfiehlt die S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Zosters und der Postzoster-Neuralgie kühlende, entzündungshemmende oder antiseptische Lösungen wie Octenidinlösung. Sind die Bläschen verkrustet, können antiseptische und krustenlösende Gele wie polihexanidhaltige Gele empfohlen werden. Eine topische antivirale Therapie auf der Haut ist nicht angezeigt. In Studien hatte Aciclovir-Creme bei Gürtelrose keinen nachweisbaren Nutzen.
Sind die Augen vom Zoster betroffen, empfiehlt die Leitlinie zusätzlich zur systemischen Therapie lokale Aciclovir-Präparate wie Aciclovir 3 Prozent Augensalbe, die fünfmal täglich im Bereich des betroffenen Auges aufgetragen wird. Bei stärkerem Befall kann die Anwendung von topischen Steroiden unter augenärztlicher Kontrolle sinnvoll sein.
Manchmal verursacht der Ausschlag Juckreiz, der die Patienten veranlasst, an den Bläschen zu kratzen. Davon sollten PTA Betroffenen unbedingt abraten, damit sich die Beschwerden nicht weiter verschlimmern: »Platzen die wassergefüllten Bläschen auf, können sie sich entzünden«, erläutert die Fachärztin für Innere Medizin, Infektiologie und Reisemedizin. »Die Bläschen sollten wie eine Wunde lokal behandelt werden, sodass sie austrocknen und verkrusten.« Die Abdeckung, etwa mit einer Mullbinde, senkt auch das Risiko, dass infektiöses Material weitergegeben wird oder durch Kratzen Narben entstehen.
Der Inhalt der wassergefüllten Bläschen ist infektiös, sodass sich Menschen, die noch nicht an Windpocken erkrankt waren oder nicht dagegen geimpft sind, anstecken können, wenn sie damit in Berührung kommen. Eine Tröpfcheninfektion ist in der Regel nicht möglich. Sie entwickeln dann keine Gürtelrose, sondern erkranken an Windpocken. Der Kontakt mit Gürtelrose-Bläschen löst bei bereits immunen Personen keine Gürtelrose aus. Gürtelrose entsteht durch die Reaktivierung eigener latent vorhandener Zosterviren, nicht durch Neuinfektion von außen. An Gürtelrose Erkrankte sollten vor allem den Kontakt zu Schwangeren meiden, da eine Windpockeninfektion für das Ungeborene gefährlich sein kann.
Verursachen die Bläschen Juckreiz, helfen kühlende Umschläge oder juckreizlindernde Wirkstoffe wie Polidocanol. Als Spray aufgetragen, lässt sich vermeiden, dass die Hände bei der Anwendung mit den Bläschen in Berührung kommen. Bleibt der Juckreiz weiter bestehen, nachdem die Bläschen abgeheilt sind, wirken Pflegebalsame mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Niacinamid lindernd. Nach einer Gürtelrose kann die Hautschutzbarriere erst einmal geschwächt sein. Eine feuchtigkeitsspendende Pflege, etwa mit Panthenol, unterstützt die Regeneration. Gerade bei empfindlicher Haut können nach einer Gürtelrose Narben bleiben. Narbengels oder -cremes mit regenerierenden Wirkstoffen, die nach dem Abklingen des Ausschlags regelmäßig sanft einmassiert werden, helfen, die Narbenbildung möglichst gering zu halten.
PTA können Kunden Ratschläge mit auf den Weg geben, die den Heilungsprozess bei Gürtelrose unterstützen. Bei Verdacht auf eine Herpes-zoster-Erkrankung ist immer zum Arztbesuch zu raten.