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Neueinführungen
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Ein Trio am Start

Zum 1. November kam mit Artesunat erstmals ein Malaria-Medikament auf den deutschen Markt. Ebenfalls neu ist der Antikörper Zolbetuximab, der bei Magenkrebs eine Zulassung erhalten hat. Neuling drei ist Vaborbactam, ein neuer Betalactamase-Inhibitor.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 13.11.2024  08:00 Uhr

Neu bei Magenkrebs

Das Magenkarzinom ist weltweit die fünfthäufigste Krebserkrankung. Mit Zolbetuximab (Vyloy™ 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Astellas Pharma) gibt es hierzulande nun ein neues Medikament, das bei bestimmten Magenkrebspatienten infrage kommt.

Vyloy ist in Kombination mit einer fluoropyrimidin- und platinhaltigen Chemotherapie für die Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem oder metastasiertem HER-2-negativen Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs zugelassen, sofern der Tumor Claudin-18.2-positiv ist. Dieses Kriterium muss per Test nachgewiesen sein.

Das Transmembranprotein Claudin 18.2 wird bei verschiedenen Krebsarten überexprimiert, insbesondere bei Tumoren des Verdauungssystems. Zolbetuximab ist der erste Antikörper, der darauf abzielt. Präklinische Studien zeigen, dass die Bindung des Antikörpers an das Protein die Zahl der Claudin-18.2-positiven Zellen durch antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität und komplementabhängige Zytotoxizität reduziert, was zur Hemmung des Krebswachstums führt.

Zolbetuximab wird intravenös verabreicht. Die empfohlene Dosis sollte für die Initialdosis und alle Erhaltungsdosen auf Grundlage der Körperoberfläche berechnet werden. Für die Initialdosis sind 800 mg/m2 vorgeschlagen, für die Erhaltungsdosen 600 mg/m2 (bei Gabe alle drei Wochen) oder 400 mg/m2 (bei Gabe alle zwei Wochen). Zolbetuximab wird über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden infundiert.

Die Patienten sollten während und nach einer Infusion für mindestens zwei Stunden auf Überempfindlichkeitsreaktionen mit Symptomen und Anzeichen überwacht werden, die auf eine Anaphylaxie hinweisen. Wenn ein Patient Zolbetuximab am selben Tag wie eine Fluoropyrimidin- und Platin-haltige Chemotherapie erhält, muss die Verabreichung des Antikörpers zuerst erfolgen.

Wichtig ist ferner, dass die Patienten eine Prämedikation mit einer Kombination aus Antiemetika erhalten, um einer vorzeitigen Beendigung der Behandlung mit Zolbetuximab vorzubeugen. Denn Übelkeit und Erbrechen sind die häufigsten Nebenwirkungen des neuen Antikörpers. Ebenfalls sehr häufig kommt es unter anderem zu vermindertem Appetit, Neutropenie, Gewichtsverlust, Fieber und peripheren Ödemen.

Als Vorsichtsmaßnahme sollte Frauen im gebärfähigen Alter geraten werden, eine wirksame Verhütungsmethode anzuwenden, um eine Schwangerschaft während der Behandlung zu verhindern. Zudem sollten Schwangere nur dann Vyloy bekommen, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Das Stillen wird während der Behandlung mit Zolbetuximab nicht empfohlen. Vyloy ist im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C zu lagern.

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