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Was kann Hautpflege?
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Kosmetiktrends im Faktencheck

Exo-Technologie, Collagen Banking und Layering-Methode: Das sind drei der derzeitigen Top-Schlagworte der Beauty-Industrie. Alles nur Schönfärberei altbekannter Pflegeroutinen oder gibt es sie wirklich – die Dermokosmetika, die gegen Fältchen, Flecken und Unreinheiten etwas auszurichten vermögen? Drei Haut-Experten ordnen ein. 
AutorKontaktElke Wolf
Datum 17.07.2026  16:00 Uhr

Retinoide sind die Stars

Was sind nun die Top-Wirkstoffe, um Alterungsprozessen entgegenzuwirken? »Vitamin-A-Säure-(Tretinoin-)Präparate sind die am besten untersuchten und effektivsten Topika im Anti-Aging-Bereich. Es liegen histologisch kontrollierte Studien bei Männern und Frauen vor, die nachweisen, dass auch die in der Kosmetik verwendeten Vitamin-A-Säure-Derivate wie Retinol, Retinaldehyd und Retinylester die Kollagenbildung anregen, die Faltentiefe herabsetzen, die Verbindung zwischen Epidermis und Dermis verbessern und aufhellend wirken«, erläutert die Dermatologin.

Retinoide binden an spezifische Zellkernrezeptoren und geben dort Informationen weiter, die für die Differenzierungsregulation verantwortlich sind. »Die toten Schüppchen, die wir loswerden wollen, werden quasi abgeschält. Dadurch wirkt die Haut glatter und erscheint in einem gewissen Glanz wie frisch gepeelt. Doch dadurch, dass ein paar Zellschichten verloren gehen und Hornschuppen abgestoßen werden, steigt die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung. Am besten trägt man abends das Retinoid auf und morgens den Sonnenschutz. Das Meiden praller Sonne beziehungsweise ein ausreichender Lichtschutzfaktor ist deshalb essenziell. Ohne Sonnenschutz macht Anti-Aging-Pflege keinen Sinn«, rät sie.

Daneben lässt sich mit klassischen Radikalfängern – am besten untersucht ist die Ascorbinsäure – gut gegen die Zeichen der Zeit vorgehen. Ihre antioxidative Eigenschaft in Kombination mit der Fähigkeit, hemmend in die Bildung des Hautpigments Melanin einzugreifen und die Keratinozytenreifung zu stimulieren, macht die Ascorbinsäure zu dem Parademittel gegen Pigmentstörungen. Ein weiterer Grund für ihren Einsatz in der Anti-Aging-Kosmetik ist ihre anregende Wirkung auf die Kollagensynthese in der Lederhaut, wodurch sich zum Teil gar altersbedingte Bindegewebsschäden regenerieren lassen. Zudem hemmt Vitamin C kollagen- und elastinabbauende Enzyme. Laut Bayerl sind ab einer Konzentration von 5 Prozent aufhellende und aufbauende Effekte dokumentiert.

Aufgrund seiner leichten Oxidierbarkeit und damit Instabilität muss Vitamin C zuverlässig vor Licht und Sauerstoff geschützt werden, um sich nicht innerhalb kürzester Zeit nach dem Öffnen des Behältnisses zu zersetzen. Deshalb eignen sich für die empfindliche Ascorbinsäure nur dunkelfarbige Brechampullen oder für ein Serum luftdichte Pumpspender als Behältnisse. Mikroverkapselungen oder veresterte Formen verleihen der Ascorbinsäure-Formulierung zusätzlich Stabilität.

Lassen sich durch die Kombination verschiedener Wirkstoffgruppen bessere Effekte erzielen? »Ich bevorzuge Retinoide und Vitamin C topisch, wenn die Haut stabil ist. Bei empfindlicher Haut sind Ausweichsubstanzen angesagt. Dann geht zum Beispiel ab den Wechseljahren abends eine Estrogen-haltige Creme und morgens eine Peptid-Zubereitung plus Lichtschutz«, empfiehlt die Expertin. Denn Peptide, seit etwa zehn Jahren verstärkt auf dem Markt, seien »eine durchaus unterstützende Substanzgruppe im Anti-Aging-Bereich«.

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