In jedem Fall empfehle es sich, im Vorfeld den 70-prozentigen Isopropylalkohol in einem separaten Becherglas herzustellen. Beim Mischen mit Wasser kommt es dabei bekanntermaßen zu einer Volumenkontraktion. Diese macht es erforderlich, die Mengen der beiden einzuwiegenden Flüssigkeiten über den Gehalt in Massenprozent zu berechnen. Laut DAC werden 63,1 g 2-Propanol mit gereinigtem Wasser auf 100 g verdünnt. Seine Grenzkonzentration wird vom DAC zwischen 68 und 72 Prozent angegeben.
Für das folgende Vorgehen stellte Potschadel zwei Herstellungstechniken vor, die sich in der Reihenfolge des Zugebens der Inhaltsstoffe unterscheiden:
Laut Potschadel präferieren die Rezepturexperten des DAC/NRF eher letzteres Vorgehen. Sie selbst hat dagegen einige Bedenken mit dieser Reihenfolge der Zugabe bei unterschiedlichen Alkoholkonzentrationen. »Denn um Estradiolbenzoat vollständig in Isopropanol 70 Prozent aufzulösen, muss der Ansatz erfahrungsgemäß auf ungefähr 70 °C erwärmt werden. Durch die Erwärmung riskieren wir jedoch Verdunstungsverluste – wobei man nicht weiß, wie viel Alkohol oder Wasser sich verflüchtigt hat. Die Frage ist also: Wie gleichen wir die Verluste wieder aus?«
Der Tipp von der Expertin: Wer bei der Herstellung nach Variante B arbeitet, aber zu viel Wärme aufwenden muss oder der Löseprozess zu lange dauert, solle den Ansatz verwerfen und besser nach der erstgenannten Version arbeiten. Estradiolbenzoat löst sich erfahrungsgemäß in reinem Isopropanol besser; allenfalls eine moderate Wärmezufuhr ist nötig. »Erwärmung ist immer tricky, weil man nicht weiß, was verdunstet. Bei der ersten Herstellungsvariante kann es nur der reine Alkohol sein.« Nach dem Abkühlen werden entsprechende Verdunstungsverluste mit reinem Alkohol ersetzt. Anschließend kann die Lösung mit gereinigtem Wasser auf 70 Prozent verdünnt werden.