| Isabel Weinert |
| 31.07.2026 16:00 Uhr |
Etwa ab dem 16. Lebensjahr dominieren unspezifische Rückenschmerzen und Blockaden des Iliosakralgelenks das pathologische Rückengeschehen. Bedrotting, also im Bett halbsitzendes Herumlümmeln, und lange Sitzzeiten an mobilen Endgeräten jeder Art verursachen und befördern die Probleme. Ein Verhalten, das den Schwerpunkt von Rückenschmerzen immer weiter nach oben verlagert, hin zum Handynacken, dem Tech-Neck. Ängste, wie etwa diejenige vor Prüfungen, fördern zusätzlich Verspannungen der Muskulatur.
Entgegen wirkt dem Geschehen der Sporttrend unter jungen Menschen. Kraft- und Ausdauertraining sind angesagt. Hier kommt es bei Jugendlichen vor allem darauf an, dass sie kein hartes Krafttraining betreiben, sondern dass in Fitnessstudios darauf geachtet wird und Eltern ihren Kindern erklären, dass hartes Training die Wachstumsfugen in diesem Alter beschädigen kann. Weil sich Jugendliche im Wachstum oft asymmetrisch entwickeln, können außerdem Fehlhaltungen und Muskelungleichgewichte daraus erwachsen, dass falsch und zu intensiv trainiert wird.
Symptome spüren Menschen meist dann, wenn die Bandscheiben auf Nerven drücken, Entzündungen auslösen oder die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigen. / © Getty Images/Pasieka/SPL
Richtiges Training jedoch und das Ausprobieren verschiedenster (Freizeit-)Sportarten helfen dem Rücken, auch im fortgeschrittenen Alter stabil und gesund zu bleiben. Bewegung in dieser Zeit schafft die Basis für eine höhere Knochendichte. Deren in der Jugend aufgebautes Maximum nennt sich »Peak Bone Mass« und wird durch mechanische Belastung beim Laufen, Springen und – später – Krafttraining gefördert. Eine hohe Knochendichte durch Aktivität in Kindheit und Jugend verringert die Gefahr schmerzhafter Veränderungen der Wirbelsäule im Alter. Zusätzlich lernt das Gehirn durch Sport, die Wirbelsäule koordinativ anzusteuern und zu stabilisieren. Alle tiefen Muskelfasern können adäquat reagieren. Das erleichtert auch im Alter noch den aufrechten Gang. Nicht zuletzt fördert Sport die Ernährung der Bandscheiben und deren Elastizität.