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Starker Rücken lebenslang
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Was die Wirbelsäule braucht

Menschen in Deutschland verbringen immer mehr Zeit im Sitzen. Eine fatale Entwicklung. Was einen gesunden Rücken von Stunde Null fördert.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 31.07.2026  16:00 Uhr

Beste Bedingungen für Babys Rücken

  • Das Kind nicht zum unterstützten Laufen oder Sitzen zwingen, wenn es diese Abläufe noch nicht von selbst anstrebt und kann.
  • Das Baby in seinen wachen Phasen häufig auf den Bauch legen, denn das stärkt dessen Nacken- und Rückenmuskulatur.
  • Dem Baby im sicheren Rahmen Bewegungsfreiheit lassen, um sich ausprobieren und lernen zu können.
  • Das Baby barfuß laufen lassen, denn das stärkt die Fußmuskulatur.
  • Sitzschalen immer nur so lange wie nötig einsetzen.

Kleinkindern können Eltern in der Wohnung immer mal wieder kleine, sichere Hindernisse aufbauen, über die sie vermutlich mit Freude krabbeln. Auch draußen barfuß zu laufen, hilft der Fußmuskulatur, dem Gleichgewichtssinn und der Sensorik. Aber hier natürlich nie auf heißem Asphalt oder einem Untergrund, der dem Babyfuß gefährlich werden könnte.

Wirbelkörper verknöchern während der Puberbät

Während auch im Schulalter vor allem biegsame Knorpel die Wirbelsäule bilden, verknöchern die Wirbelkörper im Verlauf der Pubertät komplett. Die Bandscheiben als elastische Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern bestehen bei Babys noch aus reichlich Blutgefäßen und enthalten viel Wasser. Im Laufe der Jahre verändern sie sich zu einem festen und faserigen Ring aus Knorpel mit einem Kern, der aus einer Masse besteht, die an ein Gel erinnert. Weil Blutgefäße dann fehlen und das Blut deshalb nicht mehr direkt Nährstoffe in die Bandscheiben transportiert, arbeiten die Bandscheiben Erwachsener wie ein Schwamm, der sich bei Entlastung mit Flüssigkeit vollsaugt und durch Belastung wieder ausgedrückt wird. Diese Funktionsweise macht Bandscheiben sehr widerstandsfähig.

Bereits ab dem 6. Lebensjahr bis zum 12. zeigen sich bei Schulkindern oft Haltungsschäden und eine verspannte Muskulatur. Sie rühren meist von langen Sitzzeiten, aber auch vom Tragen mittlerweile mehrerer Kilogramm schwerer Schulranzen. Es hilft dann, die Sitzzeiten zu verkürzen, den Ranzen möglichst nah am Körper zu tragen und zu organisieren, dass immer Schulmaterial auch in der Schule verbleiben kann, um die tägliche Last zu reduzieren.

Ein Morbus Scheuermann, eine genetisch bedingte, aber auch durch Fehlbelastungen geförderte Erkrankung, kann sich zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr entwickeln. Dabei entsteht ein starrer Rundrücken, weil die Vorderkanten der Wirbel langsamer wachsen. Frühes Agieren ist wichtig, etwa mittels spezieller Physiotherapie und mitunter mithilfe eines Korsetts.

Zu Beginn der Pubertät, zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr, macht sich auch eine seitlich verkrümmte Wirbelsäule bemerkbar, eine Skoliose. Sie entsteht durch ein Wechselspiel hormoneller und genetischer Einflüsse in der Pubertät. Kinderärzte sollten die Biegung bei den U-Untersuchungen erkennen und Physiotherapie verordnen. Auch hier brauchen manche Betroffene ein Korsett.

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